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Müllgebühren im Landkreis steigen

Die Gründe dafür sind mehr Restabfall und Sperrmüll als bisher angenommen –aber auch höhere Personalkosten.

© nikolaischmidt.de

Von Matthias Klaus

Landkreis. Eine Vier-Personen-Durchschnittsfamilie im Landkreis Görlitz wird im kommenden Jahr 2,88 Euro mehr an Müllgebühren als 2017 zahlen müssen. Das sagt eine Beispielrechnung des Landratsamtes, die zeigen soll, dass sich die Erhöhung der Müllgebühren in moderaten Grenzen hält. Je nach Gebührenart müssen sich die Kreisbewohner auf Steigerungen zwischen einem und vier Prozent einstellen. So oder so: Die Müllabfuhr wird teurer.

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Die Unternehmensberater der Econum GmbH aus Dresden haben die neuen Gebühren kalkuliert, sich Zahlen und Fakten zum Thema Müll im Kreis Görlitz angeschaut. Ihr Ergebnis: Überraschenderweise fällt mehr Restabfall und Sperrmüll an, als das noch 2016 angenommen wurde. Im vergangenen Jahr sammelten die Entsorger knapp 23000 Tonnen Restmüll im Kreis ein. Entsprechend erhöhten sich die Zahlen zur Leerung der entsprechenden Tonnen. Die Prognose war von 21500 Tonnen Restabfall ausgegangen. Ähnlich sieht es beim Sperrmüll aus. Zwischen Annahme und tatsächlichen Mengen gibt es eine Differenz von 1500 Tonnen. Jeder Kreiseinwohner lieferte im Schnitt im vergangenen Jahr 33 Kilo Sperrmüll ab, haben die Econum-Experten festgestellt. Geplant wurde nur mit 27 Kilo. Damit, so heißt es aus dem Landratsamt, kehrt sich zum ersten Mal seit vielen Jahren ein Trend um. Bisher habe man es in diesen Bereichen mit rückläufigen Abfallmengen zu tun gehabt. Entsprechend seien nun die Sammlungskosten gestiegen, beim Restabfall um zwei Prozent, beim Sperrmüll um elf. Die Menge an Altpapier blieb hingegen fast im Plan. Und weil das Material ein begehrtes ist, konnte der Kreis sogar die Aufwendungen bei der Papiersammlung um rund 134000 Euro senken.

Gestiegen sind hingegen die Kosten für die Verwaltung. Grund seien die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst. Rund 80000 Euro mussten deshalb zusätzlich aufgebracht werden.

Insgesamt kalkulieren die Unternehmensberater von Econum im Vergleich zu 2016/2017 für die beiden kommenden Jahre drei Prozent höhere Kosten für die Verbraucher. Neben Sperr- und Restmüll ist die Entsorgung von Bioabfall teurer geworden – vor allem wegen einer Neuausschreibung der Verwertung im früheren Niederschlesischen Oberlausitzkreis. Im Kreis Görlitz kommt es zum ersten Mal seit 2013 zu steigenden Abfallgebühren. Der Kreistag stimmte der neuen Gebührensatzung jetzt mehrheitlich zu.

Der Beschluss sieht auch vor, dass das Gewerbe stärker zur Kasse gebeten wird. Die Nutzungsgebühr für Behälter aller Größen steigt deutlich. Begründet wird das mit einer ebenfalls steigenden Zahl an Leerungen und dem Trend zu kleineren Behältern. Damit werde das Volumen, auf das die Kosten verteilt werden könnten, verringert. Im Jahr 2013 wurden die Müllgebühren im Kreis vereinheitlicht und stiegen damals deutlich – unter anderem, weil der Landkreis nicht so viel Müll an die Verbrennungsanlage in Lauta liefern konnte, wie vertraglich zugesichert. Dieses Thema kam auch jetzt wieder im Kreistag zur Sprache. Auf dem Papier stehen 110000 Tonnen Müll pro Jahr, die der Regionale Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien (Ravon) liefern müsste. „Wir kommen aber nur auf 75000 bis 76000 Tonnen“, so Landrat Bernd Lange. Deshalb suche der Ravon Partner, um die Menge auszugleichen.