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Müllkippe im Einkaufswagen

Das Areal am leer stehenden Diska-Markt in Pirna-Copitz verlottert zusehends. Doch inzwischen ist Besserung in Sicht.

© Dirk Zschiedrich

Von Thomas Möckel

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Pirna. Verlassen liegt er da, der ehemalige Diska-Supermarkt an der Schillerstraße im Wohngebiet Copitz-West, die Fenster sind dunkel, die Regale leer, gleich hinter der einstigen Eingangstür verweist ein Schild noch immer darauf, dass der Markt zum 30. Dezember 2016 schließt. Über ein Jahr steht der frühere Discounter nun leer, was dem Gelände ringsum offensichtlich nicht guttut. Das Areal verlottert zusehends, die Papierkörbe sind mit Müll zugestopft, ringsum liegt Laub, zwischen den Pflasterfugen sprießt Unkraut, aufgereiht stehen noch die alten Einkaufswagen – und die haben es besonders in sich.

Unbekannte stopften auch immer wieder Abfall in die Müllkörbe, bis diese überquollen. Anwohner beschwerten sich mehrfach über diese unhaltbaren Zustände, die mittlerweile der Vergangenheit angehören.
Unbekannte stopften auch immer wieder Abfall in die Müllkörbe, bis diese überquollen. Anwohner beschwerten sich mehrfach über diese unhaltbaren Zustände, die mittlerweile der Vergangenheit angehören. © Dirk Zschiedrich

In den rollenden Gitterboxen findet sich so ziemlich alles, was die heimische Hausmüll-Palette so hergibt: leere Weinflaschen, Senfbecher, Schokoladenpapier, Plastiktüten, leere Zigarettenschachteln, sogar benutzte Windeln. Den Anwohnern stinkt es schon lange, dass es rings um den früheren Discounter so schweinisch aussieht und manchmal auch mächtig müffelt. Mehrfach beschwerten sie sich schon beim städtischen Ordnungsamt, bislang aber ohne nennenswerten Erfolg. Bei dem Gelände handle es sich um ein Privatgrundstück, bekamen sie als Auskunft, und solange davon keine Gefahr ausgeht, könne die Stadt nichts machen. Zurück blieben verärgerte Anwohner mit Blick auf eine Müllkippe und der bangen Frage: Wer kümmert sich nun eigentlich um das verlassene Gelände?

Inzwischen aber ist Besserung in Sicht. Die Stadt ließ mittlerweile die kommunalen Flächen beräumen, die nun wesentlich sauberer daherkommen als früher. Nach Aussage des Rathauses sei überdies auch der Pächter des Objekts informiert worden. Dieser habe versprochen, zügig Abhilfe zu schaffen.

Und in der Tat: Auf SZ-Nachfrage meldete sich die Unternehmensgruppe Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen, mit dem Diska-Markt früher Mieter in dem Haus an der Schillerstraße. Die Copitzer Stadtteilmanagerin, so Edeka, habe dem Unternehmen mitgeteilt, dass sich der Markt einschließlich des angrenzenden Geländes in keinem guten Zustand befinde. Daraufhin beauftragte Edeka eine Firma, die Außenanlagen zu reinigen – was inzwischen geschehen ist. Auch der Umstand, warum sich so lange niemand um das Terrain kümmerte, ist nun geklärt: Als der Markt Ende 2016 schloss, wurde laut Edeka intern auch der bis dahin bestehende Dienstleistungsvertrag mit der Reinigungsfirma gekündigt. Man bedaure dies sehr, lässt das Einzelhandels-Unternehmen wissen, und habe deswegen die Kündigung umgehend rückgängig gemacht. Insofern sollte sich nach Aussage von Edeka der Zustand zeitnah verbessern, was inzwischen geschehen ist.

Unklar bleibt allerdings, was generell aus dem ehemaligen Diska-Markt werden soll. Er bleibt voraussichtlich auf absehbare Zeit so verwaist wie derzeit. Zumindest gibt es seitens der Edeka-Unternehmensgruppe keine Pläne, den Standort neu zu beleben. Auch dem Rathaus liegen derzeit keine konkreten Pläne zu dem Markt vor. Andere Discounter konnten bislang nicht für den leer stehenden Markt gewonnen werden. Zwar habe die Stadt nach eigener Aussage Aldi bei der Suche nach einem neuen Standort in Copitz auf diese Fläche und das Gebäude an der Schillerstraße hingewiesen. Doch der Discounter baut jetzt einen neuen Markt an der Rennerstraße.