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Müssen Schüler in Ruppendorf bald mehr zahlen?

Die Gemeinde Klingenberg will die Essenspreise in den Kindertageseinrichtungen angleichen. Das ist gar nicht so einfach.

© Symbilbild: dpa

Von Anja Ehrhartsmann

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Klingenberg. Mit der „Küche für Jedermann“ in Höckendorf und der „Kochtopf UG“ in Colmnitz gibt es in Klingenberg zwei Essensversorger, die für Kitas und Schulen im Gemeindegebiet das Mittagessen kochen. Während die Kita-Kinder überall 2,50 Euro für ihr Essen bezahlen, gibt es bei den Grundschülern noch Unterschiede. Das soll sich aber nach Möglichkeit ändern. Die Gemeinde beschäftigt sich deshalb schon seit Längerem mit dem Thema Essen und Preise in den Kindertageseinrichtungen. Nun hat der Verwaltungsausschuss dazu beraten. Die SZ gibt einen Überblick.

Essensversorgung in Klingenberg

Wie ist die Essensversorgung bisher geregelt?
Die Firma „Kochtopf UG“ liefert das Essen in der Altgemeinde Pretzschendorf an die drei Kitas und die Grundschule Pretzschendorf. Die „Küche für Jedermann“ ist in der Altgemeinde Höckendorf für beide Kitas und die Ruppendorfer Grundschule zuständig. In allen Kitas zahlen die Kinder 2,50 Euro pro Portion. In den Grundschulen unterscheidet sich der Essenspreis um 15 Cent. Das Mittagessen in der Ruppendorfer Grundschule kostet bisher 2,75 Euro, die Kinder der Grundschule Pretzschendorf zahlen dagegen 2,90 Euro.

Wieso sind die Essenspreise in den Grundschulen unterschiedlich?
Das liegt an der Verteilung der Kosten. Pro Portion schießt die Gemeinde Geld zu. Rund 68000 Euro hat Klingenberg 2017 für das Essen in den Kindertageseinrichtungen bezahlt. Für die Grundschule Ruppendorf liegt der Zuschuss pro Portion bei nahezu 50 Cent, in der Grundschule Pretzschendorf bei weniger als einem Cent. Grund für den ungleichen Anteil sind die unterschiedlichen Kosten, die der Kommune entstehen. Zum Beispiel stellt die Gemeinde in der Grundschule Ruppendorf Personal bei der Essensausgabe, in Pretzschendorf nicht. Auch der Verwaltungsaufwand ist in Pretzschendorf gering, da die Eltern dort direkt mit „Kochtopf UG“ abrechnen.

Warum sollen die Preise einheitlich werden?
Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Betreuungspreise in der Gemeinde je nach Art der Einrichtung gleich sein müssen. Deshalb hat sich die Gemeinde zum Ziel gesetzt, auch die Essenspreise in Kitas und Grundschulen einheitlich zu gestalten.

Was soll sich nun an den Preisen ändern?
Um die Unterschiede in Preis und Gemeindezuschuss anzugleichen, kam auf der Sitzung des Verwaltungsausschusses der Vorschlag, den Essenspreis an der Grundschule Ruppendorf von 2,75 Euro auf 2,90 Euro anzuheben. Dem widersprach Sonja Fischer (Die Linke) entschieden. Einer Erhöhung werde sie nicht zustimmen. Eines der Ausschussmitglieder rechnete daraufhin vor: Pro Kind machen das drei Euro mehr im Monat aus, eine Summe, die auch ein Alleinverdiener noch bezahlen könne. Die meisten Ausschussmitglieder befürworteten eine möglichst einheitliche Lösung. Ob der Essenspreis in der Grundschule Ruppendorf angeglichen wird, muss letztlich aber der Gemeinderat entscheiden.

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