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Murat Kurnaz

Mehr als vier Jahre war er im Gefangenenlager auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba inhaftiert. Nun wurde Murat Kurnaz freigelassen und ist wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Der heute 24-jährige...

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Mehr als vier Jahre war er im Gefangenenlager auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba inhaftiert. Nun wurde Murat Kurnaz freigelassen und ist wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Der heute 24-jährige Einwanderersohn mit türkischem Pass hatte das Pech, „zur falschen Zeit am falschen Ort“ gewesen zu sein, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ im März aus einem Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) zitiert hatte. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 befand sich Kurnaz auf einer Reise durch Pakistan, wo er wegen des Verdachts der Unterstützung des Terrornetzwerks al-Qaida festgenommen worden war. Schon wenige Monate nach seiner Überführung nach Guantanamo Anfang 2002 kamen Zweifel an der Schuld des jungen Bremers auf. Doch das Martyrium des verheirateten Schiffbaulehrlings in einem kleinen, videoüberwachten Container dauerte Jahre.

Im Juli 2004 hatte der Oberste US-Gerichtshof den Guantanamo-Gefangenen eine gerichtliche Anhörung zugesprochen. Darauf reichten Kurnaz' Anwälte Klage ein: Seine Inhaftierung verstoße gegen die US-Verfassung. Im Januar 2005 hatte auch eine US- Bundesrichterin die Haft Kurnaz' und anderer Häftlinge als illegal eingestuft. In die Gespräche auf Beamtenebene war zuletzt vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in Deutschland Mitte Juli Bewegung gekommen. (dpa)