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Musik vom Markt

Der MDR sendet am Donnerstag live aus Neusalza-Spremberg. Marktmeister Jentsch wünscht sich öfter diesen „Rummel“.

© Matthias Weber

Von Gabriela Lachnit

Auf dem Wochenmarkt in Neusalza-Spremberg ist an diesem Donnerstag viel los. Gert Jentsch, der Marktmeister, hat das organisiert. Er hat den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) eingeladen und gefragt, ob der Radiosender Lust hätte, während der Sommertour durchs Land auch einmal in Neusalza-Spremberg Station zu machen. Moderator Sylvio Zschage hatte Lust.

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Moderator Sylvio Zschage hatte am Sonntag die Kaninchenzüchter in Beiersdorf besucht.
Moderator Sylvio Zschage hatte am Sonntag die Kaninchenzüchter in Beiersdorf besucht. © MDR

In Neusalza-Spremberg ist er mit dem Radioteam zum ersten Mal. Gegen 10 Uhr fährt der Musiktruck auf dem Obermarkt vor und die Techniker bauen auf. Von 11 bis 12 Uhr wird vom Wochenmarkt Neusalza-Spremberg live gesendet. Dabei erklingt auch auf dem Platz viel Musik. Etwa zehn bis zwölf Händler – vielleicht auch ein paar mehr zum speziellen Anlass – haben sich angekündigt. Sie bieten unter anderem Obst, Gemüse, Textilien, Spreewaldprodukte und Erzeugnisse von Bauern aus der Umgebung an. Gert Jentsch, der die Deutsche Marktgilde vertritt, hofft mit dem MDR-Gastspiel in Neusalza-Spremberg, dass der Wochenmarkt nicht nur an diesem Tag Anziehungspunkt für viele Kunden ist. Seit Langem kämpft er um den Bestand des wöchentlichen Verkaufsangebotes. Seine Initiative, mit dem Marktbus einmal im Monat Leute, die kein Auto haben, auf den Markt zu fahren, war gescheitert. Lange hatte die Vorbereitung gedauert, bis ein Unternehmen gefunden war, das die Tour übernehmen wollte. Als es so weit war, wollte keiner aus den umliegenden Orten den Marktbus nutzen. Also ist er nie gefahren. Der Marktmeister hat aber gehört, dass einige Einrichtungen der Seniorenbetreuung die Idee mit dem Marktbus aufgegriffen haben und seit einiger Zeit hin und wieder mit ihren Bewohnern zum Markt fahren oder sie begleiten, wenn der Fußweg kurz ist. Das freut den Marktmeister, obwohl er sehr traurig war, dass all seine Bemühungen um den Marktbus umsonst waren. Das wiederum hofft er von seiner Suche nach neuen Händlern für den Markt nicht. Vor allem ein Imbiss fehlt noch. „Zwei waren schon mal da, aber beide waren für den Markt nicht geeignet, der eine wegen seiner Gesinnung, der andere wegen mangelnder Sauberkeit“, erklärt Jentsch. Er wünscht sich, dass öfter mehr „Rummel“ auf dem Markt ist, sodass mehr Kunden kommen und Händler bessere Umsätze machen. Nur so könne der Wochenmarkt erhalten bleiben, weiß der Marktmeister. Er bemängelt zudem die Unterstützung aus der Stadtverwaltung, vor allem, was die Sauberkeit des Obermarktes betrifft. Bürgermeister Matthias Lehmann (CDU) kann das wiederum nicht bestätigen. „Die Leute vom Bauhof kümmern sich um den Platz“, sagt er, man könne von einer grundsätzlichen Reinlichkeit auf dem Markt ausgehen. Das sehe er täglich, wenn er über den Platz geht, so Matthias Lehmann. Allerdings gibt es seit Kurzem öfter Probleme, wenn sich Jugendliche Mittwochabend auf dem Platz treffen und ihren Müll nicht wegräumen. Mitunter haben die Händler Donnerstag früh schon aufgebaut, bevor die Leute vom Bauhof zum Reinigen kommen.

Seit einigen Jahren ist der Radiosender MDR auf Sommertour und sendet eine Stunde lang live von Plätzen und Orten, von denen man ansonsten sehr wenig hört. „Viele Orte sind zum ersten Mal dabei, andere schon mehrfach“, berichtet Zschage. Bis Ende August ist das MDR-Mobil noch unterwegs. Bis dahin wird täglich aus einem anderen Dorf oder aus einer anderen Stadt gesendet. „Viele haben sich beworben“, berichtet Zschage, „wir können leider nicht alle Orte besuchen“, bedauert er. Er freut sich immer sehr auf die Sommertour, weil er da auch in die kleinsten Ecken des Landes kommt. „Jeder Tag bringt eine neue Überraschung, jeden Tag lerne ich die unterschiedlichsten Leute kennen.“ Die Sommertour sei zwar recht anstrengend, aber die neuen Orte und Leute und das angenehme Flair entschädigen den Moderator für die Strapazen, wie er sagt.

„Erst am Sonntag waren wir in Beiersdorf und dort bei den Beiersdorfer und Oppacher Kaninchenzüchtern zu Gast“, erzählt er. Am heutigen Mittwoch ist das Ostritzer Café am Markt der Sendeplatz für die einstündige Live-Übertragung.

Der Moderator war in Beiersdorf beeindruckt, mit wie viel Stolz die Züchter ihre Rassekaninchen zeigen und wie viel Zuspruch das Hobby und die Ausstellung gefunden haben. Von der tollen Vereinstruppe war er regelrecht begeistert. Für ein Erinnerungsfoto hatten sich die jüngeren Vereinsmitglieder sogar passend zu ihrem Hobby geschminkt: wie ein Häschen.