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Musiker retten Umgebindehäuser

Oberlausitzer Künstler produzieren eine CD zum Erhalt der historischen Fachwerkhäuser. Noch fehlen aber Sponsoren.

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© Rafael Sampedro

Von Nadine Franke

Löbau/Bautzen. Musik soll bewegen. Das haben sich auch Musikliebhaberin Katrin und Marko Schoske, ehemaliger Sänger von Botox, sowie der Löbauer Alexander Meier, Musik-Produzent und Bandmitglied von „Dies Natalis“, gedacht. Jetzt wollen sie die Musik für etwas Gutes nutzen. „Wir schätzen das Kulturgut der Oberlausitz und möchten unseren Teil beitragen, um es zu bewahren“, sagt Alexander Meier. Besonders am Herzen liegen ihnen die Oberlausitzer Umgebindehäuser. Diese bis zu 500 Jahre alten Fachwerkhäuser stehen unter Denkmalschutz. Mehrere Tausend solcher historischen Bauwerke gehören zum Kulturgut der Oberlausitz. Die Stiftung Umgebindehaus setzt sich für ihren Erhalt ein.

Das wollen auch Alexander Meier und das Ehepaar Schoske unterstützen. In viel Eigenarbeit und mit dem Kontakt zur Stiftung starteten sie das Projekt „Oberlausitzer Musiker für den Erhalt der Umgebindehäuser“ im Juli 2015. Sogar eine Facebook-Gruppe gibt es. Doch ihre Mitmenschen wollen sie nicht in der digitalen Welt, sondern mit Musik erreichen.

„Es ist wichtig, dass sich jeder mal unserer Region bewusst wird und nicht wegsieht, weil man in den digitalen Weiten versinkt“, sagt Alexander Meier, „Wir wollen mit unseren Mitteln darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, sich für das eigene Kulturgut einzusetzen. Ansonsten werden diese Schätze aussterben.“

Die Stiftung Umgebindehaus freut sich über diesen Beitrag. Arnd Matthes, Geschäftsstellenleiter, sagt dazu: „Es ist eine sehr gelungene Idee, welche der Stiftung zugutekommt. Ich bin schon sehr gespannt, wie das Projekt weitergeht.“

Viele Zusendungen

Nachdem die Aufnahmen fertig waren, wurde das Konzept aufgestellt. Es wurde präsentiert, um für Sponsoren zu werben, welche die Produktion der CD unterstützen sollen. Auf dem Tonträger werden sich 13 Lieder befinden, welche von Musikern aus der Oberlausitz eingespielt wurden. In den Liedern sind ruhige Klänge zu hören, die zum Nachdenken anregen sollen. Es gibt akustische Musik, ein instrumentales Stück und auch das klassische Klavier. Sogar ein wenig Pop-Rock ist vertreten.

Dass diese Aktion auf Interesse stößt, hat das Trio spätestens beim Aufruf zum Mitmachen bemerkt. „Wir erhielten viele Zusendungen. Die Wahl war für uns nicht leicht. Es sollten nur 13 Titel werden, um die CD nicht zu überladen.“ Vor allem eines der gewählten Lieder wird vielen schon bekannt sein. „Wir haben auch das Lied „Oberlausitz, geliebtes Heimatland“ aufgenommen. Ich bin mir sicher, dass kaum jemand alle Strophen kennt. Es hat Mühe gemacht, die Akkorde zu finden. Aber das war es wert“, verspricht Meier.

Die Musiker hoffen, dass sie nach dem Einspielen auch bei der Sponsorensuche erfolgreich sind. Denn sonst ist das Projekt nicht finanzierbar. Wenn es genügend Unterstützung gibt, wird die CD schon Ende des Jahres veröffentlicht.