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Musikschüler stehen vor verschlossener Tür

Die Kreismusikschule wird bis Freitag durchgehend bestreikt. Die Gewerkschaft verlangt ein annehmbares Angebot, der Kreis kann wegen der Wahlen nicht liefern.

Vor einem Jahr machten sie ihrem Unmut lautstark Luft. Diesmal protestieren die Musikschullehrer leise und ohne große Aktionen.
Vor einem Jahr machten sie ihrem Unmut lautstark Luft. Diesmal protestieren die Musikschullehrer leise und ohne große Aktionen. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Die Gewerkschaft Verdi hat auch für den Rest der Woche die Lehrer der Kreismusikschule Dreiländereck zu einem Warnstreik aufgerufen. Demzufolge fallen die Stunden der Schüler aus, deren Lehrer sich an der Arbeitsniederlegung beteiligen. Nach Angaben der Musikschule werden die Betroffenen direkt von ihren Lehrern informiert. Ziel dieses Streiks ist es, die kreiseigene Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH (Kuweit) mit einem "abschlussfähigen Angebot" wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Gewerkschaft hatte beim Gehalt mindestens 92 Prozent des derzeit geltenden Tarifvertrags gefordert. Der Kreis hatte maximal 80 Prozent geboten.

Michael Kopp, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, erklärte gegenüber der SZ, man werde kein Angebot akzeptieren, das vorn eine Acht stehen habe. Zu lange hätten sich die Angestellten gefallen lassen, dass sie rund ein Drittel unter Tarif bezahlt werden. Jetzt einer um 20 Prozent geringeren Bezahlung zuzustimmen, komme nicht in Frage.

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Kuweit-Geschäftsführer Peter Hesse sieht derzeit allerdings keinen Handlungsspielraum für neue Angebote. "Wir haben dieses Mandat von unserem Aufsichtsrat, mehr nicht", erklärte er gegenüber der SZ. Der Aufsichtsrat wird vom Kreistag bestimmt und muss sich nach der Neuwahl erst wieder konstituieren. Dass sich das Gremium aus fünf Personen neu zusammensetzen wird, ist angesichts der Wahlergebnisse mehr als wahrscheinlich. Allein aus dem bisherigen Aufsichtsrat sind mit der Oderwitzer Bürgermeisterin Adelheid Engel (parteilos) und dem Löbauer Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) nur zwei erneut im Kreistag vertreten. Ob sie zudem wieder in den Aufsichtsrat kommen, ist offen. Mit einer Konstituierung ist nicht vor September zu rechnen.

Peter Hesse erklärte, er bedauere den Stundenausfall für die betroffenen Schüler sehr, zumal jetzt zum Jahresende vielfach Probenlager und Konzerte anstünden. Generell stehe er nach wie vor zu einer Besserstellung aller Mitarbeiter in der GmbH - nicht nur der festangestellten Musiklehrer. Mit Blick auf die Entwicklung beim Theater und den finanziellen Herausforderungen, die sich auch mit einem Tarifvertrag verbinden, erklärte Hesse, er wolle nicht, dass man in einigen Jahren um Sein oder Nicht-Sein diskutieren müsse. Die Forderung der Gewerkschaft hatte er bereits als nicht leistbar für die Gesellschaft bezeichnet.

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