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Weißwasser

Muskauer Kids stürmen neue Spielewelt

Während der Spielplatz in der Bad Muskauer Schillerstraße eröffnet wird, bauen auch die polnischen Nachbarn kräftig.

Tagesmutti Doreen Bochnig (li) war vom neuen Spielplatz ebenso begeistert wie ihre „Piepmatz“-Kinder und Luise und Thea von der Vorschulgruppe der Kita „Bergpiraten“.
Tagesmutti Doreen Bochnig (li) war vom neuen Spielplatz ebenso begeistert wie ihre „Piepmatz“-Kinder und Luise und Thea von der Vorschulgruppe der Kita „Bergpiraten“. © Sabine Larbig

In den letzten Wochen beobachteten die großen und kleinen Kinder der Kita „Bergpiraten“ regelmäßig die Bauarbeiter, die genau neben ihrem Kindergartengelände einen Spielplatz bauten. Gestern durften die Kinder der Vorschulgruppe, gemeinsam mit den fünf „Piepmätzen“ von Tagesmutti Doreen Bochnig, den neuen städtischen Spielplatz einweihen. „Ich weiß, dass die Kinder schon sehr aufgeregt sind und werde meine Rede daher sehr kurzfassen“, so Bürgermeister Thomas Krahl. Nachdem er eine Delegation der polnischen Gemeinde Trzebiel begrüßt und verkündet hatte, dass der Platz ab sofort „für alle Kinder von Bad Muskau und alle Besucher“ freigegeben ist, erstürmten Bergpiraten und Piepmätze ausgelassen und mit viel Geschrei die mit Luftballons und Bändern geschmückten Spielgeräte.

Während Wipptiere, Rutsche und Balancierbalken die Jüngsten magisch anzogen, erkundeten die Vorschulkinder Wackelbrücke, Seilklettergerüst und den Wasser speienden Hydranten mit dem daneben stehendem Matschplatz in Form eines riesigen Tisches mit Spüle. „Was gibt es Schöneres, als wenn ein Spielplatz angenommen wird und Kinder lachen“, äußerte Reinhard Hanko beim Anblick der tobenden Kinder. Er war seitens der Stadt Bad Muskau der zuständige Projektbetreuer und ist stolz darauf, dass nach Corona-bedingter Bauzeit von sechs Monaten die Spielewelt in der Schillerstraße nun endlich eingeweiht werden konnte.

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Projekte in Bad Muskau und Trzebiel

Möglich wurde der seit der Wende erste große Abenteuerspielplatz in Bad Muskau durch das sächsisch--polnische Kooperationsprogramm Interreg 2014-2020. Nicht nur Reinhard Hanko weiß, dass der amtliche Projekttitel „Und in der Mitte fließt die Neiße – grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur und des kulturellen Angebots in Bad Muskau und Trzebiel“ viel zu sperrig ist. Andererseits beschreibe er genau, worum es gehe: um mehr Freizeitangebote für Einwohner und Touristen.

Während Bad Muskau für rund 91.000 Euro – von denen musste die Stadt nur 20 Prozent zahlen – endlich den seit vielen Jahren geforderten Abenteuerspielplatz realisieren konnte, werden auch beim polnischen Partner Trzebiel wichtige Projekte möglich. „Wir können durch die Kooperation mit Bad Muskau endlich unser Kulturhaus sanieren, den Bürotrakt und die Garagen umbauen und in dem riesigen Kulturhaus-Gelände einen Spielplatz errichten. Darüber freuen wir uns genauso wie die Bad Muskauer“, verriet Tomasz Sokolowski, Gemeindevorsteher von Trzebiel, gegenüber TAGEBLATT.

Wie in Bad Muskau müssen auch die polnischen Nachbarn bis Jahresende ihre Vorhaben realisiert haben. Ein ehrgeiziges Vorhaben angesichts der ebenfalls durch Corona eingetretenen tiefgreifenden Einschnitte und Bauverzögerungen. Aber auch auf polnischer Seite ist man optimistisch, schon bald eine Einweihung zu feiern.

Zum Spielen ist kein Weg ist zu weit

In Bad Muskau hat man gestern gefeiert, kann nun gespielt und getobt werden. „Klar werden die unterschiedlichen Gruppen der Bergpiraten so oft es geht auf den Spielplatz gehen. Das bietet sich ja an, weil er genau neben unserer Einrichtung steht“, meint Erzieher Ronny Schmidt.

Auch für Tagesmutti Doreen Bochnig steht bereits fest, dass sie regelmäßig mit ihren Schützlingen den Weg von der Schmelzstraße in die Schillerstraße auf sich nehmen wird. „Es ist so ein schöner Platz. Kinder können hier sicher und ausgelassen spielen, unterschiedliche Geräte ausprobieren, ihre Motorik trainieren und die Natur erkunden, wenn sie im Sommer barfuß durch Sand, Gras und Wasser laufen. Und wir Erwachsenen können hier entspannen. Ich bin als Tagesmutti und Mutter einer Tochter froh, dass wir endlich so etwas in der Stadt haben.“

Trotzdem wurde schon in der Bauphase Kritik von Bürgern an der zu weit vom Zentrum entfernten Lage des neuen Spielplatzes laut. Doreen Bochnig kann das nicht nachvollziehen. Der Weg zur Spielewelt sei, selbst mit Bollerwagen, keine übermäßige Anstrengung.Und: Bad Muskau ist keine Großstadt. Die Lage der Spielewelt durch die verkehrsberuhigte und grüne Umgebung des angrenzenden Fürst-Pückler-Parkes und die Straßenanbindung ideal.

Stadt pflegt den Spielplatz

Denn wer nicht viel laufen möchte oder kann, als Tourist oder Bewohner einer Umlandgemeinde mit Kindern zur neuen Spielewelt kommt, findet direkt davor auch einige eigens angelegte Parkplätze. In direkter Nachbarschaft sind zudem die Parkflächen vor der Kita. Nachmittags, in den frühen Abendstunden sowie an Wochenenden dürfte es somit an Parkgelegenheiten rund um die Spielewelt nicht mangeln.Damit der Abenteuerspielplatz in der Schillerstraße viele Jahre so schön und einladend bleibt wie jetzt, wird das Objekt regelmäßig von der Stadt kontrolliert, betreut und gepflegt. Dazu gehören künftig nicht nur die gesetzlichen erforderlichen TÜV-Prüfungen der Geräte und eventuelle Reparaturen. „Die Mitarbeiter des Bauhofs werden die Grasflächen auf dem Spielplatz auch mähen, für Ordnung und Sauberkeit des Areals sorgen und Neuanpflanzungen wie den Dschungelpfad oder Bäume bewässern“, erklärt Bürgermeister Thomas Krahl.

Einen großen Wunsch hat der Stadtchef von Bad Muskau, und sicher nicht nur er allein, aber trotzdem: „Ich hoffe, dass alle Besucher den Spielplatz sauber halten und er nicht zum Opfer von Vandalismus und Zerstörungswut wird!“.

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