merken

Muss der Floßkanal besser gesichert werden?

Nachdem wiederholt eine Leiche aus dem Gewässer geborgen werden musste, wird die Forderung nach einem Zaun laut.

Von Eric Weser

Gröditz. Auf manchen Gröditzer wirkte die Entdeckung einer Wasserleiche im Grödel-Elsterwerdaer-Floßkanal vom Donnerstag wie ein Déjà-vu. Tatsächlich ist es fast genau fünf Jahre her, dass an gleicher Stelle, mitten im Stadgebiet, ein lebloser Körper entdeckt wurde. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2008 wurde ein damals 72-Jähriger aus dem Gewässer geborgen. Der Rentner war in der Nacht davor auf dem Heimweg gewesen, als er offensichtlich stürzte und in den Kanal fiel. Ein Fremdverschulden schloss die Polizei schon kurz nach dem Vorfall aus.

Elbgalerie Riesa
Hier macht Shoppen glücklich!
Hier macht Shoppen glücklich!

"Alles bekommen. In Riesa." – dieses Motto lebt die Elbgalerie Riesa.

„Man müsste jeden Teich einzäunen“

Damals wie heute gibt es Stimmen, die einen Zaun im Uferbereich fordern, um solchen Vorkommnissen vorzubeugen. Der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos) lehnt solch ein Ansinnen jedoch ab. „Dann müsste man ja am Ende um jeden Teich und jedes Gewässer eine Absperrung ziehen, damit keiner reinfällt“, wandte der Rathaus-Chef auf SZ-Anfrage ein.

Reinicke kann sich an weitere Vorfälle erinnern, bei denen Leichen aus dem Gröditzer Kanal geborgen wurden, unter anderem in den 1980er Jahren. Verhindern könne man das kaum, ist er überzeugt.

Zuletzt war am Donnerstagmittag an der Wainsdorfer Straße die Leiche eines 55 Jahre alten Gröditzers aus dem Grödel-Elsterwerdaer-Floßkanal gezogen worden. Ein Passant hatte zuvor Kleidung bemerkt, die im Wasser trieb und daraufhin die Polizei alarmiert.

Nachdem zunächst unklar war, um wen es sich bei dem Toten handelte, konnte die Polizei noch am Donnerstag die Identität des Mannes feststellen. Die Ermittlungen dauern unterdessen an.