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Mutige Kinder gesucht

Ein Kindermusical wird in den Herbstferien in Bischofswerda einstudiert. Es warten spannende Rollen.

© Steffen Unger

Von Gabriele Naß

Bischofswerdas Kantor Samuel Holzhey hat eine Grundschullehrerin zur Frau. Von ihr lässt er sich zeigen, wie man Kinder begeistert und motiviert, damit sie viel lernen und gleichzeitig Spaß haben. Das will er nutzen, wenn er mit 40 oder mehr Mädchen und Jungen das Musical Martin Luther einstudiert, geschrieben extra für Kinder von Gerd-Peter Münden. Als er davon erzählt, wie er sich alles vorstellt, sprüht Samuel Holzhey vor Vorfreude und Zuversicht. Dabei ist die Herausforderung riesig.

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Die Zeit ist knapp. Nur genau eine Woche vom 9. bis 13. Oktober gibt der Kantor sich, seinem Team und den Mitwirkenden Zeit für die Auswahl der Darsteller, das Einüben der Szenen und Lieder, das Lernen von Texten, fürs Kulissenbauen und das Basteln von Requisiten. Die Kinder, die sich entscheiden mitzumachen, kommen dafür von Montag bis Freitag jeweils von früh bis nachmittags zusammen. Zwischen den Proben und Werkstattarbeiten sind Pausen eingeplant zum Spielen und Essen. Das Mittagessen kommt frisch gekocht vom Altenheim der Diakonie in Bischofswerda. Damit bietet die Kirche eine Woche Ferienganztagsbetreuung. Der Kantor lächelt und sagt, er habe beim Einstudieren solcher Musicals verschiedene Modelle ausprobiert. Jetzt glaubt er, dass es am besten ist, sich eine Woche hintereinander auf das Ereignis zu konzentrieren. Und ja, es soll eine schöne Ferienwoche für alle Beteiligten werden. Samuel Holzhey freut sich darauf: „Ich arbeite so gerne mit Kindern. Warum? Vielleicht weil ich selbst auch gern spiele und in Rollen schlüpfe. Es macht einfach Spaß.“ Dass die Arbeitszeit dafür nicht reicht – egal. Es dient dazu, allen Kindern, die gern singen und spielen, die Chance zu geben, sich zu zeigen. Ausdrücklich alle sind eingeladen, mitzumachen, nicht nur Kinder aus Kirchgemeinden.

Zuerst den Kindern die Geschichte erzählen

Dass das Organisatorische nicht ohne ist, liegt auf der Hand. Es gehört zu den Herausforderungen. Aber die Strippen sind gezogen. So ist klar, dass Gemeindepädagogen aus der eigenen Gemeinde und dem Umland mitwirken, es ehrenamtliche Helfer gibt und die gute Seele der Gemeinde Bärbel Gräfe an Bord ist. Vor allem sie wird für die Verpflegung sorgen, abwaschen und wahrscheinlich sogar Kakao kochen.

Inhaltlich wird das Ganze am meisten fordern, gerade dadurch aber auch spannend. Wie viele Kinder konnten denn schon den Luther spielen? Mit wem im Bischofswerdaer Musical die Hauptrolle besetzt wird, wer die anderen in der Geschichte wichtige Menschen spielen darf, wer Gaukler ist oder im Chor singt, entscheidet sich am ersten Probentag. Samuel Holzhey wird den Kindern zuerst die Geschichte erzählen, damit alle sie verstehen und dann schauen, was jeder kann – und sich zutraut. „Am Ende, da bin ich mir sicher, haben wir es drauf“, sagt Holzhey.

Pfarrer Joachim Rasch ist schon jetzt begeistert. „Es ist total wunderbar, wenn hier Kinder, Eltern, Mitarbeiter der Gemeinde, das Ehrenamt und Leute aus der Stadt zusammen sind. So lebendiges Gemeindeleben ist wertvoll.“ Natürlich wolle man damit auch die Kulturlandschaft in Bischofswerda bereichern. „Weil wir nicht das Geld haben, viel oder große Kultur einzukaufen und auch kein Theater vor Ort ist, machen wir es selber –  und freuen uns, wenn am 15. Oktober, 16 Uhr, viele Leute gucken kommen“, sagt der Kantor.

Anmelden für die Probenwoche vom 9. bis 13.10. bis 5.10. bei Kantor Holzhey, 03594 7035 73; Unkosten zwei Euro pro Tag für Verpflegung inkl. warmes Mittagessen. [email protected]