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Mysteriöser Schläger

Vor einer Gröditzer Kneipe wird ein Koch blutig geschlagen. Einer der Täter entkommt unerkannt.

© Symbolbild/dpa

Gröditz. Ein früher Sonnabendmorgen im Januar dieses Jahres in Gröditz: Eine Geburtstagsfete in einer Kneipe neigt sich dem Ende zu, die letzten Gäste verlassen das Lokal. Der Koch und der Kellner sind noch da und räumen die Reste vom Fest weg. Nur wenig später sind die Polizei und ein Krankenwagen vor Ort, der Koch hat eine blutende Platzwunde am Kopf und Schürfwunden am Bein. Was war passiert? Das hatte jetzt das Riesaer Amtsgericht zu klären. Angeklagt war ein junger Mann. Die Staatsanwaltschaft warf ihm gefährliche Körperverletzung vor. Er und ein weiterer, unbekannter Täter sollen den Koch geschlagen haben, als der in der Tatnacht vor die Kneipentür getreten war.

Der Angeklagte sagte, er sei auf der Suche nach seinem Rucksack gewesen, den er kurz zuvor nahe der Kneipe eingebüßt hatte. Deswegen habe er an einem Kneipenfenster geklopft, woraufhin jemand rausgekommen sei und ihn angegriffen habe. Der Koch erinnerte sich etwas anders an den Abend. Er berichtete von einem Feuerwerkskörper, mit dem der Angeklagte an dem geöffneten Kneipenfenster „herumgefuchtelt“ habe.

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Schon mehrfach vor Gericht

Das sei auch der Grund für ihn gewesen, vor die Tür zu gehen, so der Koch. Während er auf den Angeklagten zugegangen sei, habe er von hinten einen Schlag auf den Kopf bekommen. Deswegen sei er zu Boden gegangen. Der Angeklagte und der zweite Mann hätten ihn dort weiter traktiert. Erst als er den befreundeten Kellner zu Hilfe rief und der auch vor die Tür kam, war Schluss mit der Schlägerei. Weil der zweite Angreifer da geflüchtet sei, habe er nur Umrisse erkennen können, so der Kellner.

Ein Pärchen, die an dem Abend Partygäste gewesen waren, wollten den Angeklagten jedoch vor der Auseinandersetzung mit dem Koch mit einem zweiten Mann in einem Gebüsch nahe der Kneipe gesehen haben. Der Angeklagte, dem das Gericht wegen seiner geringen Deutschkenntnisse einen Dolmetscher beiseite gestellt hatte, beharrte aber auch an dieser Stelle auf seiner Version, solo unterwegs gewesen zu sein. Dass sich das für ihn nachteilig auswirken könnte, versuchte die Richterin ihm mehrfach klarzumachen.

Weil alle Zeugen den zweiten Mann gesehen hatten, schenkte die Richterin ihnen glauben. Dem Angeklagten, der in den letzten Jahren mehrfach Geldstrafen wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Beleidigung und Trunkenheit im Straßenverkehr bekommen hatte, brummte die Richterin eine sechsmonatige Freiheitsstrafe auf, die allerdings zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Außerdem muss er 600 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.(ewe)