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Nach Alkoholfahrt Polizisten verletzt

Ein 62-Jähriger wollte in Waldheim den Autoschlüssel nicht hergeben. Jetzt muss er 650 Euro zahlen und einen Monat laufen.

Von Helene Krause

Den beiden Polizeibeamten, die am 6. Oktober 2013 gegen 20.35 Uhr den 62-Jährigen auf der Härtelstraße in Waldheim kontrollierten, fiel der starke Alkoholgeruch des Passat-Fahrers auf. Der eine Stunde später durchgeführte Alkoholtest ergab, dass der Fahrer zur Tatzeit 0,58 Promille Alkohol im Blut hatte.

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Wegen des Alkoholgeruchs baten die Polizisten den Autofahrer, das Fahrzeug abzuschließen und wichtige Gegenstände aus dem Auto zu nehmen. Doch das tat er nicht. Vor den Augen der Beamten schwang er sich auf den Fahrersitz, griff nach dem Autoschlüssel, der im Zündschloss steckte, und nach dem Lenkrad. Einer der Beamten beugte sich, obwohl der Motor des Autos lief, durch die offenstehende Beifahrertür in das Fahrzeug. Er wollte dem Fahrer den Zündschlüssel wegnehmen. Im selben Moment machte das Auto einen Ruck nach vorn. Der Polizist wurde mitgerissen. Er erlitt Schürfwunden am rechten Schienbein und Prellungen an beiden Beinen. Bis heute hat er Narben zurückbehalten. Er erstattete Anzeige. Der Vorfall landete vorm Amtsgericht Döbeln.

„Er versuchte, mich aus dem Fahrzeug zu drücken, damit ich nicht an den Zündschlüssel komme“, sagt der Geschädigte vor Gericht. Dass der Ruck nach vorn, den das Fahrzeug machte, Absicht war, kann er nicht sagen. „Er ist wahrscheinlich von der Kupplung gerutscht.“

Gleich zu Beginn der Verhandlung gesteht der Angeklagte die Tat. „Es war so“, sagt er. „Ich war so aufgeregt. Da bin ich von der Kupplung gerutscht.“

Weil der Ruck nach vorn keine Absicht war, wird die Anklage des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung fallengelassen. Das Gericht verurteilt ihn wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 150 Euro. Weil er für das Fahren unter Alkohol bisher noch keinen Strafbefehl erhalten hat, muss er dafür 500  Euro Strafe zahlen und ihm wird für einen Monat der Führerschein entzogen. Das Urteil ist rechtskräftig.