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Nach dem Fest ist vor dem Kauf

Gutscheine, Umtausch und Urlaub: Auch nach Weihnachten sind viele Dresdner Läden wieder gut besucht.

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Von Rafael Barth

Bei ihr und ihren Liebsten haben Geld und Gutscheine als Gaben am Heiligabend nichts zu suchen. Das sei nichts Richtiges fürs Fest, findet Mareen Kmoch. „Ich halte Weihnachtsgeschenke lieber in der Hand“, sagt die 30-Jährige. Dennoch hat die Frau aus Kleinzschachwitz den ersten Tag nach Weihnachten zum Shoppen genutzt. Allerdings war das gestern etwas mehr als das wöchentliche Ritual. Denn die Dresdner Filiale von C & A an der Seestraße wirbt mit roten Bannern, Flyern und Aufklebern an den Schaufensterscheiben für Rabatte. „30 Prozent locken dann schon“, sagt Mareen Kmoch. Für ihre Kinder, den vierjährigen Phileas und die elfjährige Philine, kauft sie zwei Hosen, eine Jacke und vier Oberteile.

Mit der Rabatt-Aktion will das Bekleidungshaus den Verkauf ankurbeln. „Man merkt einfach, da ist kein Zug drin“, sagt Filialleiter Heinrich Hoffmann. Weil Schnee und Kälte fehlen, werden kaum Jacken und Ski-Anzüge gekauft. Dafür aber kommen nun die Kunden und tauschen Gutscheine und Geldgeschenke vom Heiligabend in Waren ein. Außerdem werden Pullover oder Hemden gegen andere Modelle und Größen ausgetauscht. Die Umtauschrate ist etwa ein Drittel höher als an anderen Tagen im Jahr, hat Hoffmann bemerkt. In der Vergangenheit lag sie allerdings noch darüber. „Den großen Umtausch-Hype wie früher gibt es definitiv nicht mehr. Die Leute kaufen schon im Vorfeld ziemlich gezielt.“

Ein besondere Zeit zum Bummeln

Somit haben Dresdner und Besucher zwischen Weihnachten und Neujahr mehr Zeit, die sie gern auch wieder zum Shoppen nutzen. „Wir gehen einfach mal so gucken“, sagt David Waschnik. Der Berliner und seine Freundin genießen ein paar Tage Urlaub in Radebeul. Nach Dresden sind sie zum Ladenbummel gefahren. „Wir gehen nicht gezielt einkaufen“, sagt der 33-Jährige. Stressen lassen will er sich nicht. „Es ist ganz schön viel los, aber so kennt man das ja aus den großen Kaufhäusern.“ Seine Freundin Nadine Bartzke ergänzt: „Man muss sich immer so ein bisschen durchwühlen.“ Immerhin hat sich das gelohnt: Unterwäsche für den Herrn haben die beiden schon erworben.

Heiko Nenner und seine Frau Christiane aus Pirna haben Pullover und Kindersachen erwischt. „Wir nutzen einfach mal einen gemeinsamen Tag, bevor die Arbeit wieder losgeht“, sagt der Industriemonteur. Das Ehepaar verbindet damit eine kleine Tradition: Seit sechs, sieben Jahren gehen sie am Tag nach Weihnachten gemeinsam einkaufen. Dafür fehlen sonst oft die Zeit und die Lust. Aber die Nach-Weihnachts-Stimmung ist eine ganz besondere. „Wir sind durch die Feiertage entspannt, uns stört das Gewusel nicht so“, sagt der 32-jährige Nenner.

Im Schuhgeschäft von Leiser in der Altmarkt-Galerie war gestern kaum Trubel zu erleben. „Das Wetter spielt auch nicht mit“, sagt Verkäuferin Nicole Gyurkovics. Weil es zu warm ist, werden keine Winterstiefel gekauft. Auch Umtausch spielt kaum eine Rolle. „Der Schuhhandel ist nicht so ein Weihnachtsgeschäft.“ Dafür kommen die Touristen und kaufen Taschen, Tücher und Strümpfe. Bis die Kunden ihre Gutscheine einlösen, könnte aber noch einige Zeit vergehen, vermutet Gyurkovics. „Das wird sich in der laufenden Saison bemerkbar machen.“

Hingegen ist das Schmuckgeschäft Pandora bei der Kundschaft schon wieder gefragt. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel wird“, sagt Filialleiterin Martina Philipp. Es ist zwar entspannter als vor Weihnachten, aber das könnte sich in den nächsten Tagen auch wieder ändern. Vor allem russische Kunden werden in Dresdner Läden erwartet. Denn im größten Land der Erde steht der weihnachtliche Höhepunkt noch bevor. „Deshalb läuft das Geschäft jedes Jahr sehr gut“, sagt Philipp.