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Nach dem Hochwasser weitergemacht

Die Schäden der Flut 2013 sind beseitigt. Das hat Nerven gekostet. Das „Olympia“ steht schon vor der nächsten Kraftprobe.

© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Kosta Tsarmantidis, Inhaber des grieschichen Restaurants Olympia, ist und bleibt Optimist. Er lässt sich von fast gar nichts aus der Ruhe bringen und sieht immer eine Lösung. So war es beim Juni-Hochwasser vor fünf Jahren, während des Baus der Flutmulde und nun wird unmittelbar vor seinem Restaurant auch noch die Brücke an der Straße des Friedens saniert. Dabei handelt es sich um die Beseitigung eines Hochwasserschadens. „Auch diese Zeit schaffen wir. Da habe ich keine Angst. Wir haben eine treue Stammkundschaft“, so Kosta Tsarmantidis. Er hat nur Bedenken wegen der Lärmbelästigung durch die Bauarbeiten und hofft, dass diese gegen 18 oder 19 Uhr beendet sind. „Wenn die Gäste zu uns kommen, wollen sie in Ruhe essen und sich unterhalten. Ich werde deshalb bei der Stadt vorsprechen“, sagte der Restaurantchef. Wegen des Baustellendrecks macht sich Kosta Tsarmantidis keine Gedanken. „Wir machen sowieso jeden Tag sauber. Schließlich muss die Brücke gebaut werden und da fällt auch Dreck an. Das ist nun mal so.“ Und da das Restaurant einen Hintereingang vom Busbahnhof aus hat, stelle die Erreichbarkeit auch kein Problem dar. Kosta Tsarmantidis hofft aber trotzdem, dass mit dem Brückenbau das Thema Hochwasser abgeschlossen ist.

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Kosta Tsarmantidis vor den Trümmern seines alten Biergartens im Jahr 2014. Der musste dem Bau der Flutmauer weichen.
Kosta Tsarmantidis vor den Trümmern seines alten Biergartens im Jahr 2014. Der musste dem Bau der Flutmauer weichen. © Foto: privat

Der Restaurantchef erinnert sich noch genau an den Tag, an dem die Mulde nicht aufhörte, zu steigen. „Der Wasserpegel war vorher schon ab und zu hoch. Doch dass die Mulde überläuft, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Kosta Tsarmantidis. Er habe Angst gehabt. Schließlich hat er sich seit 2006 etwas aufgebaut. „Als wir den Ernst der Lage erkannten, haben wir begonnen, das Restaurant auszuräumen. Doch wir hatten wenig Platz für das Inventar“, so Kosta Tsarmantidis. Etwa zwei bis drei Zentimeter hätten gefehlt, dann wäre das Wasser in den Gastraum gelaufen. „Immer wieder schauten wir mit bangen Blicken auf die Mulde. Dann entspannte sich die Lage langsam. Wir hatten sozusagen Glück im Unglück“, sagte der Grieche. Trotzdem – der Biergarten stand unter Wasser, der Keller, in dem sich Geräte und die Kühltruhen befanden, lief voll, der Strom fiel aus, die Vorräte verdarben. „Gut, dass uns später die Container kostenlos zur Verfügung gestellt worden sind und wir so kein Problem mit der Entsorgung des Mülls hatten“, sagte Tsarmantidis. Es habe viele Döbelner gegeben, die ihn und sein Team bei den Räumarbeiten nach der Flut unterstützt hätten.

Drei Wochen nach dem Hochwasser konnte das Restaurant wieder öffnen. 2014 begannen die Vorbereitungen für den Bau der Flutmulde. Der Gastwirt musste seinen Biergarten aufgeben, danach legten Sicherungsarbeiten am Fundament des Hauses den Gaststättenbetrieb zeitweise lahm. Tsarmantidis stellte daraufhin den Mittagstisch ein. Über die beiden Sommer 2014/15 hat ihn ein neuer provisorischer Biergarten mit 93 Plätzen hinter dem Haus sehr gut um die Runden gebracht. „Ohne den wäre es nicht gegangen“, sagte der Wirt. Die Landestalsperrenverwaltung hatte den Biergarten laut den Abmachungen einrichten lassen. „Wir haben trotzdem noch Geld investiert und viel selbst gemacht. Wichtig war, dass der Betrieb weitergehen konnte und das war okay. Es hat zwar ein paar Umsatzeinbußen gegeben, die haben wir aber verkraftet“, so Kosta Tsarmantidis. Im Jahr 2016 eröffnete das Restaurant dann den neuen Biergarten, der laut dem Betreiber sehr gut angenommen wird.

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