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Nach Gerichtsentscheid: Schlesier suchen neue Wege zur Anerkennung

Die Schlesier wollen sich auch von einem Urteil des Obersten Gerichts in Polen nicht von ihrem Kampf um Anerkennung als ethnische Minderheit in Polen abhalten lassen.

Warschau/Kattowitz. Die Schlesier wollen sich auch von einem Urteil des Obersten Gerichts in Polen nicht von ihrem Kampf um Anerkennung als ethnische Minderheit in Polen abhalten lassen. Der Parlamentsabgeordnete Marek Plura von der liberalkonservativen Regierungspartei Bürgerplattform (PO) sprach sich am Montag dafür aus, per Bürgerbegehren einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzubereiten.

Das Oberste Gericht hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass auch Traditionen oder Dialekt nicht die Deutung zuließen, dass es eine schlesische Nationalität gibt. Ein Bemühen um Autonomie laufe auf eine Schwächung der staatlichen Einheit hinaus, hieß es in der Entscheidung der Richter. Die Staatsanwaltschaft im oberschlesischen Oppeln (Opole) hatte zuvor Einspruch gegen die Zulassung der Gesellschaft der Menschen schlesischer Nationalität als eingetragene Organisation Ende 2011 erhoben. Plura sieht in dieser Entscheidung eine Behandlung der Schlesier als „Staatsbürger zweiter Klasse“.

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In Oberschlesien bemühen sich mehrere Organisationen und Verbände seit Jahren um Anerkennung als ethnische Minderheit der (Ober-)Schlesier, die sich weder ganz als Polen noch als Deutsche sehen. (dpa)