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Dippoldiswalde
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Nachbarschaftshilfe im Gastgewerbe

Personal in Gaststätten und Hotels im Osterzgebirge ist knapp. Dass es nicht schlimmer aussieht, liegt an einer Initiative vor elf Jahren.

Von Mandy Schaks
 2 Min.
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© Symbolbild: SZ

Als die Wochen der tschechischen Küche 2008 zum ersten Mal im Osterzgebirge stattfanden, ging es weniger um Kulinarik oder die angespannte Personalsituation in Hotels und Gaststätten. „Wir haben damals nicht daran gedacht, unser Fachkräfteproblem damit zu lösen“, erinnert sich einer der Initiatoren, Jochen Löbel, Chef vom Hotel Lugsteinhof in Zinnwald. „Wir haben damals niemanden gebraucht.“

Vielmehr kam ein Hilferuf aus der tschechischen Hotelfachschule in Teplice, die auf der Suche nach Möglichkeiten war, um ihren Schülern praktisches Wissen beibringen zu können. Denn das duale Bildungssystem gibt es dort nicht. Seitdem haben fast 1 000 angehende Hotelfachleute und Köche der Hotelfachschule mehrwöchige Praktika in Hotels, Pensionen und Gaststätten des Erzgebirges absolviert. Die Lage änderte sich dann aber ganz schnell. Ohne Fachpersonal aus Tschechien sähe es im Gastgewerbe in der Region inzwischen deutlich schlechter aus. Löbel, zugleich Sprecher vom Wirtestammtisch Altenberg/Geising, weiß, dass einige Hotels, Pensionen und Gaststätten ihr Angebot schon reduzieren mussten. Statt einem Ruhetag muss manches Gästehaus mangels Personal schon einen zweiten Tag in der Woche zumachen. Und einige bieten keinen Mittagstisch mehr an, sondern beschränken sich auf Frühstück und Abendbrot für die Gäste. Die Unterstützung der Hotelfachschule in Teplice und der dabei entstandene enge Kontakt kommt längst Vermietern und Gastwirten im sächsischen Osterzgebirge zugute. „Die Hauptmotivation, bei den Wochen der tschechischen Küche mitzumachen, ist jetzt, junge Leute kennenzulernen“, sagt Löbel – in der Hoffnung, den einen oder anderen später in seinem Betrieb als Arbeitskraft begrüßen zu können. Für Löbel selbst spielt noch etwas anderes eine wichtige Rolle. „Wer zu uns in den Urlaub kommt, der kann ganz nah Auslandserfahrungen sammeln“, sagt er, mehr erfahren über den Nachbarn, seine Mentalität und Lebensart. „Ein Erzgebirge und zwei Länder.“ So bietet der Lugsteinhof seinen Gästen zu den Wochen der tschechischen Küche nicht nur Speisen und Getränke aus dem Nachbarland an. „Es wird auch erklärt, was sie essen und trinken“, so Löbel. Veranstaltungen und Ausflüge runden die drei Aktionswochen ab. (SZ/ks)

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