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Immer mehr „Kleine Waffenscheine“

In Sachsen besorgen sich immer mehr Menschen einen sogenannten „Kleinen Waffenschein“. Die Gewerkschaft der Polizei sieht die Entwicklung mit Sorge. Laut Innenminister Ulbig folgt das Land einem bundesweiten Trend.

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Dresden. In Sachsen besorgen sich immer mehr Menschen einen sogenannten „Kleinen Waffenschein“. So wurden nach Angaben des Innenministeriums bis Ende Oktober mit 595 mehr als doppelt so viele solcher Berechtigungen zum Führen einer Schreckschusspistole in der Öffentlichkeit ausgestellt wie im gesamten Vorjahr. 2014 waren es demnach 242, ein Jahr zuvor 201. Insgesamt seien seit der Einführung (2002) landesweit mehr als 7 300 dieser „Kleinen Waffenscheine“ ausgegeben worden, wie das Ministerium am Dienstag in Dresden mitteilte.

Zuvor hatte MDR 1 Radio Sachsen über die steigende Nachfrage nach frei verkäuflichen Waffen berichtet. Die Leute kauften alles, was frei zu haben sei - von Pfefferspray bis Armbrust, sagte ein Dresdner Waffenhändler dem Sender. Die Gewerkschaft der Polizei sieht die Entwicklung mit Sorge; Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) erkennt darin einen bundesweiten Trend. Das subjektive Sicherheitsgefühl sei nicht mehr in dem Maß wie bisher vorhanden, sagte er dem Sender.

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Der Erwerb und Besitz von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ist frei. Nur wer diese Waffen auch in der Öffentlichkeit bei sich tragen will, benötigt den „Kleinen Waffenschein“. Er wurde mit der Änderung des Waffengesetzes im Jahr 2002 eingeführt. (dpa)