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Nachfragen zum Bootshaus

Der OB musste erklären, warum der Ruderverein die neue Immobilie ganz für sich alleine nutzen darf.

© Arvid Müller

Von Nina Schirmer

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Gute Nachrichten zum Bootshaus: Die Fördermittel für den zweiten Bauabschnitt sind da. Nächste Woche werden sie offiziell vom Bereich Sportförderung des Innenministeriums an die Stadt Radebeul übergeben.

Die musste sich zuletzt eher unfreiwillig ziemlich häufig mit dem Bootshaus befassen. Denn es hagelte in den vergangenen Monaten gleich mehrere Anfragen aus dem Stadtrat zu der Immobilie. Genauer gesagt zur Verpachtung an den Verein SSV Planeta. Schon länger gibt es vonseiten der Fraktionen SPD und Bürgerforum/Grüne Bedenken, die Ruderer würden gegenüber anderen Radebeuler Sportvereinen bevorzugt. Unter anderem deshalb, weil sie das für viel Geld neu gebaute Bootshaus ganz für sich alleine nutzen können. Während andere Verein sich Turnhallen stundenweise als Trainingsstätten teilen.

Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) erklärt dazu, dass es sich beim Bootshaus um eine Spezialsportanlage handele, die nur für Wassersportarten nutzbar ist. „Da hier also nur ein Nutzer, der SSV Planeta, seinen Sport ausübt und die Anlage auch nur dafür konzipiert wurde, ist es üblich, dem betreffenden Verein die Anlage vollumfänglich zu verpachten“, schreibt er in seiner Antwort.

Der OB musste sich außerdem zur Höhe der Pacht erklären, die der Ruderverein für das Gelände neben der Festwiese in Kötzschenbroda zahlt. Mit dem Pachtvertrag würde eine für mehrere Millionen Euro sanierte städtische Immobilie einem Verein für eine fast symbolische Jahrespacht überlassen, monieren die Fraktionen.

Insgesamt zahlt der SSV Planeta 2 250 Euro pro Jahr an die Stadt. Damit wird sowohl die Nutzung des Bootshauses als auch der Außenflächen im Uferbereich bezahlt.

Laut OB Wendsche ist das eine gerechte Summe, weil auch andere Sportvereine in der Stadt nicht für Gebäudekosten aufkommen müssen, sondern sich die Nutzungsgebühren beispielsweise für Turnhallen nur an den Betriebskosten orientieren. Das hat der Stadtrat in einem Grundsatzbeschluss festgelegt.

Kostendeckend sei das für die Stadt bei allen nicht. Beim Bootshaus komme aber noch hinzu, dass der Verein sämtliche Betriebskosten – derzeit um die 18 000 Euro – trage und sich auch für die Unterhaltung des Geländes, inklusive Reinigung und Hausmeisterarbeiten, verpflichtet habe. Aus diesem Grund sei es auch opportun, wenn der Verein selbst Einnahmen erzielt, schreibt der OB. Beispielsweise durch Vermietung von Räumlichkeiten.

„Das wiederholt seitens der SPD-Fraktion vorgetragene Ansinnen, von dem SSV Planeta für die Nutzung des Bootshauses höhere Entgelte zu verlangen, wird seitens der hauptamtlichen Verwaltung nicht mitgetragen“, so Wendsche.

Im Frühjahr sollen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt am Bootshaus starten, der ursprünglich schon für dieses Jahr geplant war. Im zweiten Geschoss, das voraussichtlich 880 000 Euro kosten wird, sollen ein Sanitär- und Umkleidetrakt und ein Fitnessraum entstehen. Die Gebäudetechnik wird nach oben verlagert, damit sie im Hochwasserfall geschützt ist.