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Nachschlagewerk für die Drogerie

Die EU-Kommission will Verbraucher besser über Duftstoffe in Kosmetika aufklären. Zum Deo gibt’s bald einen langen Beipackzettel.

Brüssel. Da werden wohl ein weiteres Schränkchen im Bad und eine größere Handtasche fällig. Für die Nachschlagewerke, die Frau nächstens zum Kosmetikeinkauf benötigt. Vorzugsweise Chemiehandbücher oder -tabellen dazu ein bisschen medizinische Fachliteratur. Denn vor dem Erwerb des duftigen Wässerchens soll es künftig heißen: Erst lesen, was drin ist, dann sprühen. Zur eigenen Sicherheit, wie es die EU-Kommission kommentiert.

Sie will Verbraucher mehr über allergieauslösende Duftstoffe in Kosmetika aufklären. Die Behörde schlug gestern vor, drei Stoffe gänzlich für den Einsatz in Körperpflege- oder Schönheitsmitteln zu verbieten. Weitere zwanzig sollten in ihrer Konzentration begrenzt und in der Zutatenliste genannt werden. Die Liste könnte sich aber auch hundert Zutaten ausweiten, heißt es. Empfindliche Verbraucher „sollten ein sehr klares Signal bekommen, dass es Substanzen gibt, die ihnen schaden könnten“, sagte EU-Verbraucherkommissar Neven Mimica. Besonders für die Biokosmetik-Branche würden die Pläne neue Auflagen mit sich bringen: Bei etwa 90 Prozent ihrer Produkte müsste sie nach Angaben der EU-Kommission die Kennzeichnung ihrer Inhaltsstoffe umstellen.

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Industrie, Verbände oder Bürger haben nun bis zum 14. Mai Zeit, sich zu den Plänen zu äußern. Bis zu drei Prozent der Europäer leiden nach Angaben der EU-Kommission an allergischen Hautreaktionen auf Duftstoffe. Duftstoffe gänzlich zu vermeiden, sei schwierig.

„Es geht nicht darum, ein bestimmtes Parfum zu verbieten“, erläuterte EU-Kommissar Mimica. Allerdings müssten die Hersteller manche Rezepturen ändern, falls die Vorschläge Wirklichkeit werden. Zum Verbot schlägt die Kommission die drei Stoffe HICC, Atranol und Chloratranol vor. Mitarbeiter der Kommission erklärten, das geplante Verbot könne vor allem traditionelle Parfums treffen, die schon die Großmutter genutzt habe. Denn die drei als besonders problematisch geltenden Stoffe nutze die Branche inzwischen selten. (dpa)