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Nachtskater erobern das Umland

Die neue Saison beginnt an diesem Freitag. Erstmals wird es eine eigene Strecke in Freital geben. Und auch in Dresden steht eine Premiere bevor.

Von Juliane Richter
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Vergangene Saison haben insgesamt fast 20.000 Menschen am Nachtskaten teilgenommen.
Vergangene Saison haben insgesamt fast 20.000 Menschen am Nachtskaten teilgenommen. © Jörn Haufe (Archiv)

Dresden. Dresden ist den Nachtskatern nicht mehr genug. Die Organisatoren der freitäglichen Inline-Skate-Veranstaltung orientieren sich mit der 22. Saison nun auch verstärkt auf das Umland. Ganz frisch ist die Zusage aus Freital, dass dort am 29. Juni erstmals eine komplett eigene Strecke aufgelegt wird. Die soll auch in den Abendstunden befahren werden und mindestens 20 Kilometer lang sein, damit sich der Aufwand für die Vereinsmitglieder lohnt.

Auch von Riesa, Hoyerswerda und einer Route im Dreiländereck von Zittau, Tschechien und Polen ist für die nächsten Jahre die Rede. Gerade Letztere ist laut Vereinsvorstand Hans-Jürgen Burkhardt aber noch Zukunftsmusik, weil die Polizei von drei Ländern, die medizinische Betreuung und auch die Funkverbindungen organisiert werden müssen. 

Doch wozu der ganze Stress? „Wir wollen die Skater miteinander verbinden. Es gibt überall in Deutschland eine Szene, aber die geht neben den anderen großen Veranstaltungen, wie den Marathonläufen unter“, sagt Mitorganisator Michael Starke.

Dabei begeistern sich die Dresdner nach wie vor stark für das Nachtskaten. Vergangene Saison haben insgesamt fast 20.000 Menschen an den 16 Veranstaltungen teilgenommen. Für dieses Jahr sind bisher 14 Touren für Erwachsene und drei für Kinder geplant. Dabei gilt das Prinzip, dass jeder Monat mit einer leichten Route beginnt und zum Monatsende immer schwieriger wird. Ein gesunder Mix ist das Ziel, um sowohl den reinen Hobbyfahrern als auch den sportlich Ambitionierten etwas bieten zu können. Für eine bessere Übersicht wird die Schwierigkeit der Strecken auf der Homepage detailliert angegeben.

Eine Premiere ist in diesem Jahr die Blitz-Runde bis zur Buswendestelle in Pillnitz. Bis dorthin sind die Skater noch nie gefahren. Die 24 Kilometer lange Strecke habe es mit ihren permanenten Anstiegen unterhalb des Elbhanges in sich. Die geübten Fahrer, die sich daran beteiligen, sind laut Burkhardt mit bis zu 20 Kilometern pro Stunde unterwegs. Eine Wiederholung der Tour nach Pillnitz wird es so schnell aber nicht geben, weil das Blaue Wunder ab 2020 saniert werden soll.

Ohnehin machen die vielen Straßenbauarbeiten den Organisatoren etwas zu schaffen. „Wenn irgendwann die Nossener Brücke auch noch gesperrt wird, fehlt uns ein Rückweg in die Innenstadt“, sagt Burkhardt. Er geht deshalb davon aus, dass sich die Anzahl der verfügbaren Strecken in den kommenden Jahren noch etwas reduzieren wird. 

In dieser Saison sind die Klassiker aber wieder mit dabei, wie die Fahrt zum Elbepark, nach Niedersedlitz, über die Waldschlößchenbrücke und auch bis zum Albertplatz sowie dem Ostragehege. Eine Förderung von der Stadt erhält der Verein nach wie vor nicht, weil er die Bedingungen nicht erfüllt. Stattdessen finanziert er sich durch die Beiträge der rund 160 Mitglieder sowie kleinen und großen Spenden. Pro Saison wirbt der Verein etwa 40.000 Euro ein, die zum Beispiel für Versicherung, Genehmigungen, medizinische Betreuung, Toiletten und Mietfahrzeuge ausgegeben werden.