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Nachwuchs bei der Feuerwehr

In der Gemeindewehr gibt es gleich neun neue Feuerwehrleute. Das ist außergewöhnlich.

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© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Großweitzschen. Das hat es bisher noch nicht gegeben. Gleich fünf junge Leute aus Westewitz wollen Feuerwehrleute werden. Drei haben bereits mit der 70 Stunden dauernden Grundausbildung begonnen. Zwei warten noch auf einen Termin. Die Kosten für die Lehrgänge übernimmt die Gemeinde, deren Wehr insgesamt neun neue Mitglieder hat. Ein Jugendlicher der Mockritzer Jugendwehr wird künftig in die Mockritzer Wehr aufgenommen.

Die Gallschützer Ortswehr hat drei neue Feuerwehrleute, die entweder wieder eingetreten sind, oder sich engagieren wollen. Zwei davon haben eine Ausbildung. „Außerdem will sich der Fliesenleger im Ort mit einbringen und seinen Beitrag leisten. Ihm gefällt es in unserem Team“, so Ortswehrleiter Ingolf Schmidt. Schwierig werde es für den selbstständigen Unternehmer, den Spagat zwischen Arbeit und Ausbildung zu schaffen. Aber auch das werde er meistern, ist Schmidt zuversichtlich.

Marc Bohnstedt, der seit Februar dieses Jahres Ortswehrleiter von Großweitzschen ist, freut sich über den Nachwuchs. „Wir sind froh über jedes neue Mitglied“, sagte er. Zwar können die jungen Leute die Kameraden noch nicht beim Einsatz unterstützen, aber sie übernehmen die rückwärtigen Dienste und Aufgaben bei der Absicherung. Außerdem helfen sie bei der Absicherung von Festen. „Und genau das ist es, was die jungen Leute für das Ehrenamt begeistert. Sie sehen, dass sie nicht nur helfen, sondern auch etwas für die Gemeinschaft tun können“, so Bohnstedt.

Neuling Carolin Conrad sagt: „Ich erwarte Hilfe, wenn ich sie benötige. Und ich will auch helfen, wenn ich kann. Deshalb habe ich mich für die Feuerwehr entschieden“. Ihr erster Einsatz war zum Schulanfang in diesem Jahr. Da brachte die Feuerwehr die Zuckertüten in die Grundschule. Carolin Conrad fühlt sich wohl. Sie schätzt die Kameradschaft. Im nächsten Jahr will die 16-Jährige eine Ausbildung als Fliesenlegerin beginnen. Sie ist die zweite Feuerwehrfrau in der Großweitzschener Wehr. Die Entscheidung sei ihr nicht schwergefallen, denn sie hat männlichen Beistand – ihr Bruder Robert hat sich ebenfalls für das Ehrenamt entschieden. „Ich bin ein hilfsbereiter Mensch“, so der 20-jährige Sicherheitsfachmann. Man kenne sich im Dorf, rede miteinander und habe die Kameraden durch Feste kennengelernt, die diese organisieren. Einer, der sozusagen das Feuerwehrgen geerbt hat, ist Tim Krawczyk (17). „Es war schon immer mein Wunsch mitzumachen und nun ist es soweit. Außerdem ist es gut, anderen helfen zu können und zur Gemeinschaft zu gehören“, sagte Tim Krawczyk. Er besucht zurzeit das berufliche Gymnasium in Grimma. Ebenfalls noch Schüler ist Samuel Harder. Er hat sich entschieden, Feuerwehrmann zu werden, weil er das Teamwork und den Zusammenhalt der Kameraden schätzt. Sein Bruder Daniel Hader (18) ist Tierwirt und absolviert zurzeit gemeinsam mit Carolin und Robert Conrad die Grundausbildung.

Doch das ist nicht alles, was die Ortswehren unternehmen, um junge Leute künftig noch mehr für das Ehrenamt zu begeistert. Seit vielen Jahren hat die Mockritzer Ortswehr eine Jugendabteilung unter Leitung von Andreas Haupt. Die soll nun Verstärkung aus dem Bereich Großweitzschen bekommen. „Kinder und Jugendliche, die sich für die Feuerwehr interessieren, werden zu den Zusammenkünften nach Mockritz gefahren. Jugendwart David Rickmann soll die Arbeit in Mockritz mit unterstützen“, sagte der Ortswehrleiter von Großweitzschen.