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Deutschland & Welt

Malta lässt Migranten an Land

Die 65 Migranten auf dem deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" sollen umgehend auf andere europäische Länder, sicher auch Deutschland, verteilt werden.

Das Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi" hatte am Samstag stundenlang vor der italienischen Insel Lampedusa vergeblich auf die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen gewartet.
Das Seenotrettungsschiff "Alan Kurdi" hatte am Samstag stundenlang vor der italienischen Insel Lampedusa vergeblich auf die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen gewartet. © Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa (Archiv)

Von Alvise Armellini und Jan-Uwe Ronneburger

Rom/Berlin/Valetta. Malta hat sich bereiterklärt, alle 65 Migranten an Bord des deutschen Rettungsschiffes "Alan Kurdi" an Land zu lassen. Die Menschen würden umgehend auf andere europäische Länder verteilt, gaben die Behörden Maltas am Sonntag nach Gesprächen mit der EU-Kommission und Deutschland bekannt. "Wir sind freudig überrascht", sagte Sea-Eye-Einsatzleiter Gorden Isler in einem Telefonat mit der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei das Schiff selbst noch nicht über die Entscheidung der maltesischen Behörden informiert worden. "Darauf warten wir jetzt", sagte Isler.

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Die Behörden Maltas hätten die Schiffsführung nur angewiesen, nach Gozo, der Nachbarinsel Maltas, zu fahren. "Das ist 50 Seemeilen entfernt und dauert etwa sieben Stunden", sagte Isler. Dort würden die Menschen vermutlich auf See vom maltesischen Militär übernommen und an Land gebracht. "Wir werden bestimmt nicht in den dortigen Hafen einlaufen dürfen. Wenn die Menschen von Bord sind, werden wir sicher gleich wieder weggeschickt", fügte der Einsatzleiter hinzu.

Die maltesischen Behörden teilten weiter mit, außerdem sei eine Vereinbarung erzielt worden, dass EU-Länder die Hälfte von 58 Migranten aufnehmen werden, die von der maltesischen Marine aus dem Mittelmeer gerettet worden seien.

Die "Alan Kurdi" habe 65 Menschen in internationalen Gewässern auf einem überladenem Schlauchboot vor Libyen entdeckt und gerettet, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye mit. 
Die "Alan Kurdi" habe 65 Menschen in internationalen Gewässern auf einem überladenem Schlauchboot vor Libyen entdeckt und gerettet, teilte die Regensburger Organisation Sea-Eye mit.  © Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa

Deutschland habe angeboten von jedem der beiden Schiffe jeweils 15 bis 20 Menschen aufzunehmen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin.

Die "Alan Kurdi" war tagelang auf Irrfahrt auf dem Mittelmeer gewesen. Italien wollte die 65 von einem überfüllten Schlauchboot vor der libyschen Küste geretteten Menschen nicht an Land lassen. Auch Malta hatte sich zunächst gesperrt. An Bord spitzte sich die Lage zu.

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"Drei der Geretteten sind in sehr schlechtem Zustand. Sie sind stark abgemagert und geschwächt und müssen dringend zur medizinischen Behandlung an Land gebracht werden", sagte Sea-Eye-Einsatzleiter Gorden Isler in einem Telefonat mit der Deutschen Presse-Agentur. Zwei von ihnen seien Minderjährige. Die Behörden Maltas sagten zu, die drei an Land zu lassen. (dpa) 

Flüchtlinge an Bord des Seenotrettungsschiffs "Alan Kurdi".
Flüchtlinge an Bord des Seenotrettungsschiffs "Alan Kurdi". © Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa

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