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Nächtliches Fahrmanöver mit Folgen

Ein Paar rammt in Wilsdruff eine Hauswand und fährt davon. Die zwei Klipphausener werden deshalb nun zur Kasse gebeten.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Stephan Klingbeil

Wilsdruff. Pech gehabt, zur falschen Zeit am falschen Ort? Oder war es doch eine kalkulierte Unfallflucht? Vor Kurzem musste sich ein Paar aus Klipphausen am Amtsgericht Dippoldiswalde verantworten. Die beiden Deutschen sollen am 1. Mai 2017 in der Nacht in der Wilsdruffer Straße Am Ehrenfriedhof mit ihrem BMW erst eine Hauswand gerammt haben und dann davongefahren sein. Bei ihrem missglückten Manöver um kurz vor vier Uhr seien Putz und Dämmung des Gebäudes beschädigt worden. Der Schaden lag bei rund 2 700 Euro.

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Das Paar, er 57, sie 52 Jahre alt, war von einem Familienbesuch zurückgekehrt. Sie wollten noch schnell in Wilsdruff tanken, verfuhren sich jedoch. Zu ihrem nächtlichen Unglück war die Straße auch noch zugeparkt und endete in einer Sackgasse. Wenden war nur an einer Stelle möglich, doch auch dort war ein Auto abgestellt.

So musste die Angeklagte den BMW rückwärts aus der Sackgasse hinausmanövrieren – und das auch noch bei schlechter Sicht. Beim Wenden hatte die Behördenangestellte dann die Hauswand gerammt. „Ich war gerade im Schlafzimmer, als ich so einen dumpfen Aufprall hörte, dachte, vielleicht ist ein Kind aus dem Bett gefallen“, sagte eine Zeugin, die damals noch in dem Haus wohnte. Sie sei dann aber zum Fenster rübergegangen und habe dann die Frau und den Mann beobachtet, sich das Kfz-Kennzeichen des Unfallwagens notiert.

Die 37-Jährige sagte später bei der Polizei aus, dass der Mann und die Frau dann wohl im Auto die Plätze getauscht hätten – und der Mann sei weitergefahren. Hundertprozentig sicher sei sie sich aber nicht. Es sei dunkel gewesen, und die Frau und der Mann wären von sehr ähnlicher Statur.

Das Problem: Der 57-Jährige hatte zu jener Zeit keine Fahrerlaubnis mehr. Diese wurde ihm Anfang 2016 von einem hessischen Gericht abgenommen, nachdem er dort wegen Trunkenheit am Steuer und Unfallflucht verurteilt worden war. „Er ist auch nicht gefahren, sondern ich“, betont die BMW-Fahrerin. Das Gericht hegt auch Zweifel. Es spricht den Mann vom Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis frei. Doch eine Unfallflucht habe hier vorgelegen.

Den zwei Angeklagten wurde zum Verhängnis, dass sie damals nicht gleich die Polizei riefen – sondern erst am Morgen, Stunden später zur Polizei nach Freital gefahren waren und aussagten. „Wir wollten doch in der Nacht niemanden aus dem Bett klingeln“, so die BMW-Fahrerin. Das Gericht verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe von 3 300 Euro, zudem erhielt sie ein zweimonatiges Fahrverbot. Ihr Mann soll wegen Beihilfe zur Unfallflucht 1 600 Euro zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.