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Närrisch im neuen Saal

Die Großerkmannsdorfer Karnevalisten lassen es diesmal besonders krachen. Und der OB schießt Richtung Berlin.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

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Großerkmannsdorf. Die Narren sind los. Und dieses Mal hat es die Vollmilchzone Großerkmannsdorf in der Bierstadt Radeberg erwischt. Der Jubel ist verständlich. Die Turnhalle ist fertiggestellt, und nachdem das 50 Jubiläum außerhalb gefeiert wurde, geht es hier wieder vor Ort zur närrischen Sache.

Freitagabend gab es noch mal eine zünftige Generalprobe, um die Abläufe in neuen Gemäuern passend zu machen. Gastwirt Thomas Müller hatte seine Fans an der Entstehung der neuen Karnevals-Bar teilhaben lassen. Gebaut hat er sie selbst. Und Sonnabend war Härtetest bei vollem Hause. Fröhliche und durstige Leute kamen aus allen Himmelsrichtungen. Diese Veranstaltung wird in die närrische Ortsgeschichte eingehen. Denn die Erksdorfer Narren kehren zurück. Seit Sonnabend wird das gefeiert.

Büttenrede am Campingtisch

Sieben großen Veranstaltungen sind angesagt. Zwei davon sind schon vorbei. Fünf werden noch folgen. Erst am 17. Februar wird die Ebbe eintreten. Es sei denn, die Radeberger Stadtkasse ist schon eher leer. Um das zu verhindern, kommt Oberbürgermeister Gerhard Lemm jedes Jahr als Büttenredner nach Großerkmannsdorf. Sparen ist angesagt. Nach dem millionenschweren Saalbau wird wieder der alte Campingtisch aufgeklappt, wenn das Stadtoberhaupt zur Bütt eilt.

Nur Witz, Ironie und Esprit dürfen nicht zurückgefahren werden. Das war an der Büttenrede von Gerhard Lemm schon mal festzustellen. Diesmal richtete der dienstfreie OB die Witzkanone von seinem Campingtisch aus direkt auf den Berliner Regierungssitz. Dort gestaltet sich die politische Partnerwahl besonders spannend. Nachdem „Schwarz-Gelb-Grün“ dann doch nicht zum Farbmix des Jahres wurde, wollen es Angela und Martin zusammen tun. Besser gesagt, sie sollen. Da ist aber noch jede Menge Nebel zu sehen. Martin, auch Mister 100 Prozent genannt, ist mitten im Höhenrausch um Landung gebeten worden.

Spöttelnde Nachdenklichkeit

Auf der Erde geht es inzwischen um einen „Tanz auf dem heißen Stein“. Radebergs Oberbürgermeister brachte mit seinen Bemerkungen spöttelnde Nachdenklichkeit vors versammelte Narrenvolk. Nach dem Beifall ging das erste Programm im neuen Saal über die Bühne. Das diesjährige Motto: „Korallen, Fische, Meeresstrand – Ekka strahlt im neuen Gewand“, hatte es den Karnevalsfreunden ganz besonders angetan. Das wurde an wunderschönen Kostümen deutlich. Auch die Saaldekoration verleiht dem neuen Saal einen besonderen Glanz. Ein wunderschönes Stück Dresden am Elbelauf wird sichtbar. Man spürt die Liebe des Theatermalers zu den Großerkmannsdorfer Narren. Auch das Publikum ist voll dabei. Großartige Kostüme waren zu sehen und blinkende Netze, in denen tolle Nixen zappeln. Seeräuber und Kapitäne gehen Seite an Seite.

Unter das Treiben hatten sich aufmerksame Kameramänner gemischt. Um nicht erkannt zu werden, hatten sie sich Omas Perücke ausgeliehen. Auf der Bühne lief alles wie am Schnürchen. Robert I. und Jule I. – das Prinzenpaar des Jahres 2018 – eröffnet die Kussfreiheit. Und zwar so, wie es in den närrischen Durchführungsbestimmungen steht. Und dann beginnt das, worauf sich die Zuschauer schon seit Tagen freuen: Das erste Programm auf neuer Bühne.

Wer behauptet, dass dabei die Funken sprühten, liegt keineswegs falsch. Die Großerkmannsdorfer Funkengarde ist immer noch eine wichtige Garantie für großartige Programme. Fazit: Die Investitionen haben auch die Programmgestalter hinter den Kulissen inspiriert. Zur 5. Jahreszeit ist Großerkmannsdorf eine Reise wert. Die diesjährige Saison dürfte auch inhaltlich ein Renner werden. Der Elferrat um Karnevalspräsident Carsten John und seine beiden Vizepräsidenten Uwe Wilhelm und Tom Klengel hat eine grandiose Saison zu bieten. Die sollte man sich nicht entgehen lassen.