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Närrisches Haus für einen Tag

Der Fasching in Bad Gottleuba feiert seinen 65. Geburtstag und macht der Stadt nach fünf Jahren wieder ein Geschenk.

© Marko Förster

Von Heike Sabel

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Bad Gottleuba. Richtige Feuerwehrleute können auch mit Farbrolle und Tacker umgehen. Und richtige Amazonen mit Schere und Nadel. Sie alle werkeln und schneidern für ihren großen Auftritt. Die Feuerwehrleute haben ihn beim Faschingsumzug am Sonntag, die Amazonen bereits beim Prinzenball am Freitag. Dieses Jahr ist alles etwas größer und aufregender, denn es ist das 65. des Gottleubaer Karnevals. Für Janine Rosenkranz ist es zudem eine Premiere: Es ist ihr erstes Jubiläum als Präsidentin.

Mitgemacht hat sie schon früher, doch diesmal ist die Verantwortung eine andere. Seit Monaten hinter den Kulissen, nun auch davor. Am Sonntag zum Beispiel, wenn sie ab 11 Uhr die Glückwünsche der Gäste zum Jubiläum entgegennimmt. Dass es eine erfolgreiche Saison wird, daran arbeiten alle Narren mit. Jeder hat seine Aufgabe. Gerade bringt jemand die Kiste mit den Plaketten für den Umzug: 3 000 Stück. Statt Eintritt zu verlangen, werden sie für zwei Euro verkauft. Technik, Bühne, Kapellen müssen schließlich bezahlt werden, sagt Janine Rosenkranz.

Immer an ihrer Seite ist Buddy. Der Bolonka-Zwetna-Hund wird als erster präsidialer Hund in die Gottleubaer Geschichte eingehen, genau wie Frauchen als erste Präsidentin. Das ist sie seit nun fast vier Jahren. Der Fasching liegt bei den Rosenkranz’ in der Familie. Janines Schwester ist die Chefamazone, Mutter Birgitt schreibt unter anderem das Programm, castet die Akteure, kümmert sich um Gäste. Sie hat zwischendurch mal Pause vom aktiven Fasching gemacht, doch richtig losgelassen hat er sie nie. Vor zehn Jahren stand die Frage: Handball oder Fasching? Beides zusammen wurde zuviel. Sie entschied sich für Fasching. Wird das Programm aufgeführt, stehen drei Rosenkranz’ auf der Bühne.

Was zunächst kurios klingt, zeigt das Problem: Der Gottleubaer Fasching hat zu kämpfen. Vor allem um Mitstreiter, die das ganze Jahr dabei sind. Der Elferrat ist der Vereinsvorstand und auf sieben Leute geschrumpft. Anderswo gibt es den Vorstand für die Arbeit und den Elferrat fürs Repräsentieren. In Gottleuba machen alle alles. Fasching ist eben nicht nur Spaß, sondern vor allem viel Arbeit. Präsidentin Janine Rosenkranz zieht deshalb den Hut vor allen, die mitmachen. Und vielleicht klappt es ja nächstes Jahr mit dem Kinder-Prinzenpaar. Eine Kinder-Tanzgruppe gibt es schon diesmal.

Die Wände im Narrenhäusl, dem Vereinshaus, sind mit den gemalten Kulissen der vergangenen Jahre geschmückt. Das ist auch ein Dankeschön – an die Maler, die mit ihren Ideen und ihrem Talent den Gottleubaer Fasching bis heute lebendig halten. 2006 hieß das Motto kurz „Gottstock“, in Anlehnung an das legendäre Woodstock-Musikfestival. Dieses Jahr ist das Motto etwas länger: „Es kracht und schallt im Zauberwald, der Gottleubaer Karneval wird 65 Jahre alt“.

Am Sonntag erlebt Gottleuba nach fünf Jahren aus diesem Anlass wieder einen Umzug. Rund 30 Bilder wird es geben. Manche motorisiert mit Traktor, Anhänger und anderen größeren Gefährten – manche mit Haus, so wie die Feuerwehr. Die Gastgeber werden den Zug anführen. Wenn dann alle durch den Ort laufen, fällt ein bisschen Anspannung und die Arbeit der vergangenen Wochen ab. Vor allem aber ist da das Gefühl, gemeinsam etwas für seine Heimatstadt zu tun, sagt Janine Rosenkranz.

Umzug, 11. Februar, 14 Uhr, Plaketten für Besucher zu zwei Euro, danach am Narrenhäusl Prämierung der drei schönsten Bilder. Feuerwerk um 18 Uhr.