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Nagelneu, modern und praktisch

Der Klinik-Neubau in Großschweidnitz ist fertig. 23 Millionen Euro wurden für Ältere und Suchtkranke investiert.

© Rafael Sampedro

Von Romy Altmann-Kühr

Es ist das größte Bauvorhaben am Großschweidnitzer Fachkrankenhaus seit dem Bau Anfang des 20. Jahrhunderts. 1902 ist das Krankenhaus gegründet worden. Wenige Jahre später hat es noch einmal einen Erweiterungsbau gegeben, berichtet Loretta Farhat, die Ärztliche Direktorin, aus der Chronik des Krankenhauses. Seitdem blieb das Gelände weitestgehend in seiner ursprünglichen Form mit den vielen kleineren Klinikgebäuden, verteilt in einer idyllischen Parkanlage.

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© Rafael Sampedro
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Nun ist das erste große Neubauprojekt abgeschlossen. Auf dem Gelände entstand ein völlig neues Haus für das Gerontopsychiatrische Zentrum. Insgesamt 23 Millionen Euro haben der Freistaat Sachsen und das Krankenhaus selbst für den Bau bereitgestellt. Allein 950 000 Euro hat die Anschaffung der Ausstattung und Medizintechnik gekostet. Am 1. September wird das Gebäude bezogen und in Betrieb genommen. Gestern konnten interessierte Besucher sich die neue Einrichtung ansehen. Das Zentrum wird sich vor allem mit der Pflege älterer Patienten beschäftigen, die zum Beispiel Demenzerkrankungen haben, psychotische Krankheiten oder auch unter Depressionen leiden. Zudem wird die Akutaufnahmestation der Suchtabteilung in dem neuen Gebäude sein. Außerdem wird es eine Tagesklinik geben. Dorthin können Ältere von ihrem Arzt überwiesen werden. Betreut werden können dort tagsüber jeweils von 8 bis 16 Uhr Senioren, die entsprechende Krankheitsbilder haben, aber abends und am Wochenende auch noch zu Hause zurechtkommen, eine stationäre Betreuung noch nicht unbedingt notwendig ist. „Sie lernen in der Tagesklinik zum Beispiel, wieder eine geordnete Tagesstruktur einzuhalten“, erklärt Loretta Farhat.

Insgesamt fünf Stationen ziehen in das Gerontopsychiatrische Zentrum. 80 Pfleger und Schwestern werden in dem neuen Gebäude auf vier Etagen arbeiten und die Patienten betreuen. Neueinstellungen gibt es im Zusammenhang mit dem Neubau nicht, sagt Verwaltungsleiterin Ute Gawollek. „Die Mitarbeiter ziehen aus den alten Gebäuden um, wo bisher die Stationen untergebracht waren.“ Für sie und natürlich auch die Patienten bringt der Neubau eine Menge Erleichterungen und bessere Bedingungen. So sind beispielsweise die Stationen jetzt jeweils auf einer Ebene, in den alten Gebäuden waren sie über mehrere Etagen verteilt. Auch die Transportwege verkürzen sich. Vom neuen Gebäude gibt es einen direkten Verbindungsgang in das Gebäude der Neurologie, wo das Diagnostikzentrum untergebracht ist. Dorthin können die Patienten nun viel schneller mit dem Rollstuhl gebracht werden, wenn sie zum Beispiel zum EKG oder einer anderen Untersuchung müssen. „Die älteren Patienten sind ja meist nicht mehr so mobil, sondern müssen zu Unterschungen transportiert werden“, berichtet Loretta Farhat aus dem Klinikalltag. Bisher war ein Mitarbeiter dafür beschäftigt, mit einem Krankenwagen die Patienten auf dem Gelände von den jeweiligen Stationen abzuholen und zur Untersuchung zu bringen. Diese Wege entfallen künftig für die gerontopsychiatrischen Stationen und die Suchtaufnahme im Neubau.

In dem Haus gibt es viele weitere Annehmlichkeiten für Patienten und Personal. So wurde eine Küche eingerichtet, in der die Patienten selbst mitarbeiten und etwas zubereiten können. „Das ist Teil der Therapie“, erklärt Verwaltungsleiterin Ute Gawollek. Sie ersetzt natürlich nicht die Krankenhausküche, die die Stationen regulär beliefert.

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Bevor der Betrieb in der Küche und den anderen Stationsräumen starten kann, steht nun noch der große Umzug an. „Das ist eine enorme Herausforderung“, blickt die Ärztliche Direktorin Loretta Farhat voraus. Denn die alten Stationen sind aktuell weiter in Betrieb und mit Patienten belegt. „Aber wir haben alles sehr gut organisiert“, so Frau Farhat. Am Wochenende des 1. und 2. September werden die Patienten aus den bisherigen Stationen in das neue Gebäude umziehen. Nach dem Umzug stehen auch schon die nächsten Umbaupläne auf dem Krankenhausgelände auf dem Plan. Das denkmalgeschützte Klinik-Ensemble wird weiter saniert. „Irgendwann kommt dann hoffentlich auch mal der Containerbau hinter dem Verwaltungsgebäude weg“, sagt Frau Farhat. Er wurde vor Jahren einmal als Interimslösung aufgestellt. Solange weitere Bauarbeiten anstehen, wird er aber wohl noch als Ausweichgebäude benötigt werden.