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Napoleons Spuren an der Löbtauer Brücke

Ein Künstler hat mit Schülern Tafeln gestaltet. Nun können die Löbtauer ein Kriegerdenkmal der anderen Art entdecken. Eins, das sich ständig verändert.

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Von Annechristin Bonß

25 000 Tote, genauso viele Verwundete, 20 000 Kriegsgefangene – die Zahlen klingen dramatisch. An der Haltestelle Saxonia-straße können Passanten die Geschichte dazu lesen. Auf der Grünfläche an der Weißeritz und der Freiberger Straße – Floßhofterrasse – stehen seit wenigen Wochen Infotafeln. Sie gehören zum Kunstprojekt „Poesie-Park“. Der Künstler Hannes Hein hat diese mit Schülern aus der 36. Oberschule in Löbtau und der Malgruppe der Awo-Seniorenbegegnungsstätte Löbtau gestaltet. Im September wollen Mitarbeiter der Stadt das Projekt offiziell eröffnen.

„Gegenstand des Projektes ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg“, teilt Diana Petters aus dem Presseamt der Stadt mit. Dabei sollen interessierte Fußgänger von der Schlacht um Dresden am 26. und 27. August 1813 erfahren. In jenen Tagen kämpften französische und sächsische Truppen unter Napoleon gegen die verbündeten Armeen Österreichs, Preußens und Russlands. Mit der Sicherung der Übergänge über die Weißeritz errang Napoleon hier einen seiner letzten, aber auch verlustreichen Siege auf deutschem Boden.

Durch das Projekt soll das historische Vermächtnis des Ortes vermittelt werden. „Darüber hinaus soll eine lebendige Auseinandersetzung initiiert werden“, sagt die Sprecherin. Im Rahmen des Projektes ist ein Stelenfeld mit vier Plakattafeln entstanden. Auf der ersten Tafel befindet sich ein Bild Napoleons aus Fayencekeramik. Rückseitig wird das historische Ereignis erläutert. Die weiteren Tafeln enthalten Gedichte und Texte zum Thema Krieg und Frieden. Alle zwei Monate sollen die Plakate mit neuen Inhalten versehen werden.

Es ist nicht die einzige Gedenkstätte im Dresdner Süden, die an die Kriege Napoleons erinnert. In Kaitz wurde im August 2013 ein Denkmal an einem ehemaligen Verbandsplatz aufgestellt. An der Südhöhe erinnert ein Denkmal an General Moreau, der gegen Napoleon kämpfte. Mit dem Projekt in Löbtau ist der dritte Poesie-Park in Deutschland entstanden. Ein ähnliches Stelenfeld gibt es seit Juli 2015 in Chemnitz. Dort wird an die Opfer des Faschismus erinnert. Und in München Giesing. Dort können Passanten Gedichte von Werner Schlierf sowie Kommentare, Buchstabenbilder und Texte von Schülern betrachten.

Mehr unter www.szlink.de/saxoniastrasse