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Nasser Start ins neue Schuljahr

Ein Wasserschaden hat einen Teil des Gymnasiums Bürgerwiese unbrauchbar gemacht. Erst am Mittwoch geht der Unterricht weiter.

© Sven Ellger

Andreas Weller

Dresden. Böse Überraschung für Schüler, Eltern und Lehrer des Gymnasiums Bürgerwiese. An Dresdens beliebtester Schule fällt Montag und Dienstag der Unterricht aus. Am Wochenende gab es einen Wasserrohrbruch in einem Chemiekabinett im Neubau in der dritten Etage. Dadurch verlängern sich die Ferien unplanmäßig für die meisten der 1054 Schüler.

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Eltern hatten laut Schulleiter Jens Reichel am Sonntagnachmittag mit ihren Kindern, die neu auf das Gymnasium gekommen sind, den Schulweg geübt. „Sie haben gesehen, dass ein wahrer Wasserfall aus den Wänden läuft“, so Reichel. Die Eltern haben ihn per Mail informiert. Der Schulleiter war gegen 18 Uhr vor Ort . „Es war wie eine Flut von oben.“ Reichel vermutete, dass das Wasser schon eine Weile, vielleicht irgendwann seit Sonnabend, durch den kompletten Trakt und die Decken getropft ist. Reichel schaltete den Haupthahn ab und informierte auch die Drewag, mit der Bitte, das Wasser komplett abzustellen.

Eltern und Lehrer wurden informiert, sofort strömten einige zur Schule am Lennéplatz, um zu helfen. Laut Reichel waren etwa 50 Personen im Einsatz, um Chemikalien in Sicherheit zu bringen und alles, was auf den Böden stand, nach oben zu hieven. Auch die Feuerwehr der nahe gelegenen Citywache rückte mit drei Zügen an. Die Feuerwehrmänner machten sich sofort daran, die Wasserlachen zu beseitigen. Am Montag bildeten sich noch einige kleinere Pfützen, in Schalen wurden die Tropfen aufgefangen, die immer noch aus den durchnässten Decken rieseln.

Wie groß der Schaden ausfällt, ist noch unklar. Bausachverständige müssen nun einen Sanierungsplan für die erst 2015 eingeweihte Schule erstellen. „Es trifft leider Gottes eine Schule, die besonders belastet ist“, so Schulbürgermeister Peter Lames (SPD). Damit spielt er auf die Verzögerungen der Bauarbeiten im Altbau an. Weil dieser später fertig wird, ist der Platz eh schon mehr als knapp. Durch die aktuelle Havarie fehlen nun sieben Klassenräume und mehrere Fachkabinette, auch die Toiletten im Neubau sind nicht nutzbar.

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Ab Mittwoch sollen die Schüler wieder unterrichtet werden. Wo, ist allerdings unklar. „Das Schulverwaltungsamt arbeitet daran, wie der Unterricht stattfinden kann“, so Lames. Montag und Dienstag gab und gibt es eine Art Notbetreuung für die neuen fünften Klassen. Die 165 Schüler wurden im Außenbereich von ihren Lehrern in Empfang genommen, sie durften auch mal in ihre künftigen Klassenzimmer schauen, aber richtigen Unterricht gab es nicht. Im betroffenen Trakt soll Ende diesen Jahres wieder normaler Unterricht stattfinden können. Reichel ist sicher, dass es sich um keinen Anschlag oder bösen Scherz von Schülern handeln kann, denn das Chemiekabinett war verschlossen. „Das ist eine Art Hochsicherheitstrakt.“