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Naturschützer bekommen tierische Hilfe nach dem Wolfsangriff

Zwei Tierhalter spenden ihre Schafe und Ziegen. Sie kommen in die neue Mischherde der Naturschutzstation Förstgen.

Von Bernhard Donke

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Den Schock, den das Wolfsmassaker in der Nacht zum 9. Oktober im Biosphärenreservat zwischen Förstgen und Tauer anrichtete, haben die Mitarbeiter der Naturschutzstation „Östliche Oberlausitz“ noch nicht ganz überwunden. Rund zwei Drittel der Tiere, die zu einer 135 Moorschnucken zählenden Herde gehörten, sind tot oder spurlos verschwunden. Ihre Aufgabe ist es, die Biotope im Biosphärenreservat ökologisch zu pflegen.

Nach dem Vorfall erhielten die Mitarbeiter der Naturschutzstation viel Unterstützung auch aus der Bevölkerung. Schon kurze Zeit nach dem Wolfsangriff meldete sich der Rothenburger Pfarrer Krystian Burczek von der katholischen Gemeinde Rothenburg/Niesky und der Weigersdorfer Hansjörg Thürmer, Betreiber des Thürmerhof mit Pension und Tierhaltung in Förstgen. Beide wollten Schafe und Ziegen für die Naturschutzstation spenden, berichtet Annett Hertweck. „Wir sind immer noch sehr erfreut über die Spendenbereitschaft der beiden Männer und vieler anderer Bürger.“ Pfarrer Krystian Burczek spendete seine Schafherde aus sieben Mutterschafen und einen Zuchtschafsbock (SZ berichtete). Bei den Mutterschafen ist ein Schaf bereits gedeckt und wird in den nächsten Wochen lammen, so der Pfarrer.

Hansjörg Thürmer stellte der Station vier afrikanische Zwergziegen und einen Zuchtbock zur Verfügung. Geldspenden und weitere Sachspenden konnte die Station von Privatpersonen, Vereinen und Parteien ebenfalls entgegennehmen. „Sie alle bestärken und zeigen uns, dass unsere Arbeit für den Erhalt, Pflege und Schutz unsere Natur von der Bevölkerung anerkannt wird“, bedankt sich die Leiterin. Aus den gespendeten Tieren wird aus dem eigenen Bestand eine Mischherde aufgebaut. Sie wird aus Heidschnucken, Waliser Schwarznasenschafen, Dorperschafen und den gespendeten afrikanischen Zwergziegen bestehen. „Sie soll uns dann bei der Arbeit mit den Naturkindergruppen helfen“, sagt Annett Hertweck.

Am Freitagmittag hatte sie zu einem „Dankeschön“ die beiden Spender auf die Weide der im Aufbau befindlichen Mischherde nach Tauer auf das Grundstück der Biosphärenwirtin Edith Böhm eingeladen. Hier gab es ein ganz offizielles Dankeschön für die beiden Spender und stellvertreten für alle Spender. Die beiden Spender konnten sich überzeugen, dass sich ihre Tiere auf der vor Wölfen hochgesicherten Weide gemeinsam mit den Schafen aus der Station sehr wohl fühlen.