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Döbeln

Naturschützer fordert Aufklärung

Klaus Friedrich hat die Bäume am Hölloch selbst mit gepflanzt. Die Arbeit vieler Freiwilliger darf nicht zerstört werden, sagt er.

Diese Kastanie am Höllochweg wurde vor einem Monat umgesägt. Inzwischen sind die Blätter abgestorben. © Frank Korn

Hartha. Klaus Friedrich ist empört. Er will wissen, wer die Bäume am Höllochweg umgesägt hat. Der als Naturschützer und Baumexperte bekannte Harthaer war im März 2003 selbst mit dabei, als die Stadt zu einer großen Pflanzaktion aufgerufen hatte.

Insgesamt 800 Sträucher und 200 Bäume wurden damals im Stadtgebiet verteilt. Neben dem Hölloch wurden unter anderem der Hang zum Garagenhof Döbelner Straße und die Saalbacher Straße an der B 175 begrünt. Hintergrund der Aktion war eine Ausgleichspflanzung für den Bau eines Mobilfunkturmes am Harthaer Kreuz. „Ich weiß noch, dass die Pflanzaktion von vielen Harthaern unterstützt wurde“, sagt Klaus Friedrich. Über 70 freiwillige Helfer hatten damals mit angepackt, um die Bäume – darunter Eichen, Buchen, Linden und Kastanien – und Sträucher in die Erde zu bringen.

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Die Arbeit vieler Freiwilliger dürfe nicht zerstört werden, sagt Klaus Friedrich. „Weshalb unternimmt die Stadtverwaltung nichts, um den Täter ausfindig zu machen? Und weshalb gibt es keine Strafe für diese frevelhafte Tat?“, fragt der 82-Jährige.

Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) zeigt sich von dem Vorfall ebenso entsetzt wie Klaus Friedrich. Es sei aber nicht so, dass die Stadt nichts unternommen hätte, um die Tat aufzuklären. „Wir haben mit verschiedenen Anwohnern gesprochen. Leider hat aber niemand etwas bemerkt“, so Kunze. 

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Vor vier Wochen sind mehrere Bäume gefällt worden. Hinweise auf die Täter gibt es nicht. Die Stadt ist allerdings außen vor.

Da es keine Zeugen gibt, seien der Stadt die Hände gebunden. „Bei dem Weg handelt es sich um Privatgelände. Deshalb haben wir auch keine Anzeige gestellt“, erklärt der Bürgermeister. Letztendlich sei es Sache des Eigentümers, die gefällten Bäume wegzuräumen und gegebenenfalls eine Anzeige zu stellen. „Eine Ermittlung gegen unbekannt dürfte aber ins Leere laufen“, schätzt Kunze ein.

Trotz solcher Vorfälle, die es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben hat, wolle sich die Stadt nicht entmutigen lassen. „Wir wissen um unsere Verantwortung und werden auch in Zukunft Bäume und Sträucher pflanzen“, so Kunze. Er bekomme des Öfteren Anfragen von besorgten Bürgern.

 Der Klimawandel beschäftige viele. „In den Beratungen der Stadträte ging es zuletzt zum Beispiel darum, wie wir den Stadtwald zukunftssicher machen“, sagt Ronald Kunze. Auch für den Park an der Sonnenstraße und die Gestaltung des Reinhardtstals gelte es, Konzepte zu erarbeiten, so der Bürgermeister.

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