merken

Zittau

Neiße Filmfestival bietet viele Höhepunkte

Es ist wieder ein volles Programm bei dem sechstägigen Filmfest. Erwartet werden auch eine ganze Reihe prominenter Gäste.

Im Vorjahr gehörte unter anderem Barbara Auer (4.v.r.) zu den Preisträgern des Neiße Filmfestivals. Sie gewann den von der SZ gestifteten Darstellerpreis.
Im Vorjahr gehörte unter anderem Barbara Auer (4.v.r.) zu den Preisträgern des Neiße Filmfestivals. Sie gewann den von der SZ gestifteten Darstellerpreis. © Hannes Rösch

Am 7. Mai startet das 16. Neiße Filmfestival, traditionell findet die Eröffnungsgala im Zittauer Theater statt. Bis zum Sonntag sind in rund 20 Spielstätten im Dreiländereck gut 120 Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme zu sehen. Dabei können die Besucher aufregendes neues Kino aus Deutschland, Polen und Tschechien entdecken, versprechen die Festivalmacher. Hier ein paar Tipps, was sie nicht verpassen sollten.

©  PR

Eröffnungsfilm "Frau Stern"

Dieses Jahr startet das Neiße Filmfestival wieder mit einem deutschen Beitrag: "Frau Stern" von Anatol Schuster. Der Regisseur wird persönlich seinen Film in Zittau vorstellen und bringt gleich noch weitere Gäste mit - so Kameramann und Produzent Adrian Campean und Schauspielerin Kara Schröder. "Frau Stern" tritt im Spielfilmwettbewerb an und hat damit Chancen auf den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis des Neiße Filmfestivals. Bereits im Vorjahr hatte sich Anatol Schuster mit seinem Abschlussfilm an der Filmhochschule München, "Luft", am Wettbewerb beteiligt. In seiner neuen Tragikomödie steht der Wunsch von Frau Stern nach dem selbstbestimmten Ende eines erfüllten Lebens im Mittelpunkt. Ihre Enkelin will den Wunsch der Oma, die Welt zu verlassen, aber nicht akzeptieren. Schuster ist auch zur zweiten Vorstellung am Mittwoch in Großhennersdorf noch anwesend.

TU Dresden News – Nachrichten von der Technische Universität Dresden

Was passiert an der Exzellenzuniversität TU Dresden? Aktuelle News und Informationen finden Sie in unserer Unternehmenswelt.

Di, 7. Mai, 19 Uhr, Gerhart-Hauptmann-Theater

Mi, 8. Mai, 17.30 Uhr KunstBauerKino Großhennersdorf

Sa, 11. Mai, 20 Uhr Sudhaus Löbau

Auch zur Vorstellung des Film "Wackersdorf" werden Gäste erwartet.
Auch zur Vorstellung des Film "Wackersdorf" werden Gäste erwartet. © AlamodeFilm

Spielfilm "Wackersdorf"

Der kleine Ort Wackersdorf in der Oberpfalz wurde Mitte der 1980-er Jahre durch die Proteste gegen die geplante, letztlich nicht realisierte Wiederaufarbeitungsanlage bundesweit bekannt. Einer der Köpfe der Gegenbewegung war Hans Schuierer, der damalige Landrat des Landkreises Schwandorf. Der inzwischen 88-jährige SPD-Politiker wird bei der Vorstellung des "Wackersdorf"-Films persönlich anwesend sein. Auch Regisseur Oliver Haffner hat sein Kommen zugesagt. Er hat im Herbst 2017 den Film über die damaligen Proteste an Originalschauplätzen gedreht. Am 20. September 2018 lief er dann offiziell in den deutschen Kinos an und lockte bisher mehr als 125.000 Besucher in die Lichtspieltheater. Ein paar werden jetzt noch hinzukommen, hoffen die Macher des Neiße Filmfestivals.

Mi, 8. Mai, 15 Uhr, KunstBauerKino Großhennersdorf

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban wurde 2018 wiedergewählt, zuvor hatte er massiv Wahlkampf gegen Migranten und Flüchtlinge gemacht.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban wurde 2018 wiedergewählt, zuvor hatte er massiv Wahlkampf gegen Migranten und Flüchtlinge gemacht. ©  PR

Dokumentation "Ungarn 2018 Hinter den Kulissen der Demokratie"

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban ist für seine harte Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik bekannt. Und er hat damit zumindest bei seinen Landsleuten Erfolg: 2018 errang seine Partei Fidesz erneut die Mehrheit und Orban führt für weitere vier Jahre die Regierung. Die Filmemacherin Eszter Hajdú hat die Kampagne Orbans während des Wahlkampfes begleitet - ebenso wie die der pro-europäischen Bewerber. So entstand ein mutiger Bericht über einen komplexen politischen Diskurs und ein Film für all diejenigen, die den europaweiten Aufstieg des Nationalismus besser verstehen wollen. Beim diesjährigen Festivalfokus "Homo politicus" darf dieser Ungarn-Film im Programm nicht fehlen. Eszter Hajdú wird als Gast erwartet.

Mi, 8. Mai, 17.30 Uhr, Kronenkino Zittau

Do, 9. Mai, 17.30 Uhr, Camillo Görlitz

In den 1970-er Jahren wurden Szenen für "Schwester Agnes" auch in Waltersdorf gedreht.
In den 1970-er Jahren wurden Szenen für "Schwester Agnes" auch in Waltersdorf gedreht. ©  PR

Wiederaufführung des DDR-Films "Schwester Agnes"

In der Oberlausitz sind viele Filme gedreht worden. Nicht nur in den letzten Jahren, sondern auch schon in den 1970-er Jahren. Damals entstanden beispielsweise Szenen für "Schwester Agnes" in Waltersdorf, Bertsdorf und Jonsdorf - unter anderem auch jene legendäre Szene auf der Schwalbe. Nun wird der Defa-Fernsehfilm von 1975 über die engagierte Gemeindeschwester in der Festivalreihe "Regionalia" wieder aufgeführt. Und das gleich zweimal. Zur zweiten Vorführung in der Kulturfabrik Meda in Mittelherwigsdorf wird eine der wenigen noch lebenden Schauspielerinnen erwartet: Ursula Staack. Selbst in Varnsdorf geboren, wirkte Ursula Staack während ihrer langen Karriere in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit und stand unter anderem auf der Bühne des Deutschen Theaters in Berlin. Noch heute ist die 75-jährige als Kabarettistin aktiv, trotz einer 2018 diagnostizierten Parkinson-Krankheit.

Mi, 8. Mai, 20 Uhr, Sudhaus Löbau

Fr, 10. Mai, 18 Uhr, Kulturfabrik Meda Mittelherwigsdorf

"Momente" ist einer von drei tschechischen Beiträge im diesjährigen Spielfilmwettbewerb.
"Momente" ist einer von drei tschechischen Beiträge im diesjährigen Spielfilmwettbewerb. ©  PR

Wettbewerbsbeitrag "Momente"

Wie in den Vorjahren kämpfen je drei Filme aus Tschechien, Polen und Deutschland um den Hauptpreis des Neiße Filmfestivals. Einer der drei tschechischen Beiträge ist "Momente" von Regisseurin Beata Parkanová. Ihr Debütfilm handelt von der jungen Anežka, deren Leben fremdbestimmt scheint. Beata Parkanová erzählt mit viel Humor und einer bemerkenswerten Beobachtungsgabe von den Fallstricken des Lebens und schildert Situationen, Beziehungen und Begegnungen, die einem irgendwie bekannt vorkommen. Zur Vorstellung im Zittauer Kronenkino ist die Regisseurin persönlich anwesend und bringt auch gleich Hauptdarstellerin Jenovéfa Boková mit.

Do, 9. Mai, 17.30 Uhr, Kronenkino Zittau

Sa, 11. Mai, 15 Uhr, Camillo Görlitz 

"Liebesmobil" erzählt von den Prostituierten, die an den niedersächsischen Bundesstraßen auf ihre Freier warten. Die Frauen kommen aus Deutschland, Osteuropa und Nigeria.
"Liebesmobil" erzählt von den Prostituierten, die an den niedersächsischen Bundesstraßen auf ihre Freier warten. Die Frauen kommen aus Deutschland, Osteuropa und Nigeria. ©  PR

Dokumentation "Liebesmobil"

Mit Lichterketten geschmückte Wohnmobile stehen an niedersächsischen Bundesstraßen. Drinnen warten Frauen aus Deutschland, Osteuropa und Nigeria auf ihre Kundschaft, vom Arbeiter bis zum Manager. Die scheinbare Normalität der Minibordelle wird von einem Mordfall jäh unterbrochen. Eine außergewöhnliche Kameraführung bringt dem Zuschauer das Fremde besonders nahe. Sehr persönliche Bekenntnisse der Beteiligten verschaffen Zugang zu ihren intimen Gefühlen, Träumen und Werten und geben Einblicke in eine tagtägliche Ausbeutung mitten in Deutschland. Die Dokumentarfilmerin Elke Margarete Lehrenkrauss ist bei der Vorstellung im Kronenkino anwesend.

Fr, 10. Mai, 17.30 Uhr, Kronenkino Zittau

Sa, 11. Mai, 16 Uhr, Kulturfabrik Meda Mittelherwigsdorf

Die diesjährige Retrospektive ist dem polnischen Schauspieler Jan Nowicki gewidmet.
Die diesjährige Retrospektive ist dem polnischen Schauspieler Jan Nowicki gewidmet. © Damian Burzykowski / newspix.pl

Retrospektive Jan Nowicki

Mehr als 200 Filme hat Jan Nowicki in seiner seit 1965 andauernden Karriere als Schauspieler gedreht. Drei davon haben die Festivalmacher von der Neiße für die Retrospektive ausgewählt: "Das Sanatorium zur Todesanzeige" (1973, Regie: Wojciech Has), "Ich liebe dich - April! April!" (1988, Regie: Iris Gusner ) und "11 Minuten“ (2015, Regie: Jerzy Skolimowski). Nowicki ist am 10. Mai im Kino Zgorzelec zu Gast. Einen Tag später wird er dann im Rahmen der Abschlussgala den undotierten Ehrenpreis des Neiße Filmfestivals erhalten. Zuvor ist diese Ehrung schon Andreas Dresen, dem frischgebackenen Gewinner des Deutschen Filmpreises, zu teil geworden.

Do, 9. Mai, 20 Uhr, Steinhaus Bautzen und Do, 9. Mai, 22Uhr, KunstBauerKino Großhennersdorf, "11 Minuten"

Fr, 10. Mai, 18 Uhr, Kino PoZa NoVa Zgorzelec, "Das Sanatorium zur Todesanzeige"

So, 12. Mai, 16 Uhr, Kulturfabrik Meda Mittelherwigsdorf, "Ich liebe dich - April! April!" (zu Gast: Iris Gusner)

Rostislav Novák, Direktor des Prager Cirk La Putyka , plant eine gemeinsame Aufführung mit einer Akrobatentruppe aus Ruanda. 
Rostislav Novák, Direktor des Prager Cirk La Putyka , plant eine gemeinsame Aufführung mit einer Akrobatentruppe aus Ruanda.  © PR

Dokumentation "Cirkus Rwanda"

Was passiert, wenn Europa und Afrika auf der Bühne eines modernen Zirkus aufeinandertreffen? Dieser Frage geht der Film "Cirkus Rwanda" nach. Der Doku-Streifen gewährt einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen zu den  Vorbereitungen der Show "Hit, tell the Difference" vom Prager Letní Letná Festival. Regisseur Michal Varga stellt sein Werk persönlich im Kronenkino vor. Im Vorfeld dieser Vorstellung können die Besucher wieder beim "Brunch am Vormittag" Produkte aus aller Welt probieren.

Mi, 8. Mai, 17.30 Uhr, Camillo Görlitz

Sa, 11. Mai, 11 Uhr, Kronenkino Zittau

Sa, 11. Mai, 10 - 14 Uhr, Kronenkino, Brunch am Vormittag

Die Schauburg in Zittau ist erstmals Spielstätte beim Neiße Filmfestival.
Die Schauburg in Zittau ist erstmals Spielstätte beim Neiße Filmfestival. © SZ-Archiv

Stummfilmkonzert "Nosferatu" & Czerwie

Genau 90 Jahre nach der ersten Aufführung in der Schauburg Zittau wird der Stummfilmklassiker "Nosferatu" wieder aus der Schublade geholt und dem Publikum gezeigt. Das ehemalige Kino am Ottokarplatz ist dabei erstmals eine Spielstätte des Neiße Filmfestivals. Begleitet wird die Wiederaufführung des Stummfilms von Friedrich Wilhelm Murnau von der polnischen Gruppe "Czerwie, die mit ihren Tappings – einer speziellen Anschlagtechnik von Gitarristen - schon so einige Stummfilme begleitet haben. Dieses außergewöhnliche Klangerlebnis bietet sich nun in der Schauburg.

Fr, 10. Mai, 19.30 Uhr, Schauburg Zittau

Mehr Lokales lesen Sie unter:

Zittau

Löbau