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Riesa

Neowise liefert himmlische Bilder

Der Komet ist auch aus Riesa und Umgebung bestens zu sehen - und begeistert selbst erfahrene Hobby-Astronomen.

Blick in Richtung Streumen, kurz nach Mitternacht: Der Komet Neowise ist seit einigen Tagen gut am Nachthimmel zu sehen.
Blick in Richtung Streumen, kurz nach Mitternacht: Der Komet Neowise ist seit einigen Tagen gut am Nachthimmel zu sehen. © privat/Steven Metzler

Riesa. Wenn er von Neowise erzählt, kommt Stefan Schwager regelrecht ins Schwärmen. Der Komet, der Ende März am Himmel entdeckt wurde, hat ihn zuletzt einige Male um den Schlaf gebracht. Schließlich sei der Himmelskörper erst nach Mitternacht am besten zu sehen, erklärt der Sternenfreund aus Riesa. 

Ein paar Kometen hat der Hobby-Astronom schon gesehen in den vergangenen Jahrzehnten. Aber Neowise sei schon etwas Besonderes. "Er ist noch kein Hale-Bopp oder Hyakutake", erklärt Stefan Schwager unter Verweis auf die beiden "Jahrtausend-Kometen", die Ende der 1990er-Jahre zu beobachten waren. "Aber er ist definitiv auf Platz drei in meiner persönlichen Liste." In diesem Jahrhundert sowieso. 

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Blick vom Reußner Berg nach Strehla: Stefan Schwager rät bei der "Kometenjagd" zu einem Aussichtspunkt mit Horizontblick. 
Blick vom Reußner Berg nach Strehla: Stefan Schwager rät bei der "Kometenjagd" zu einem Aussichtspunkt mit Horizontblick.  © Stefan Schwager
Der charakteristische Schweif des Kometen entsteht durch die Gas- und Staubpartikel, die vom Sonnenwind "weggepustet" werden. Über die Bewegungsrichtung sagen sie nichts aus. 
Der charakteristische Schweif des Kometen entsteht durch die Gas- und Staubpartikel, die vom Sonnenwind "weggepustet" werden. Über die Bewegungsrichtung sagen sie nichts aus.  © Stefan Schwager

Derzeit ist der Komet auf seiner Bahn durchs Sonnensystem der Erde besonders nah. Und er ist selbst mit bloßem Auge sichtbar, am besten nach Mitternacht. Ein halbwegs lichtstarkes Objektiv genügt schon, um den Himmelskörper festzuhalten. Kein Wunder also, dass unzählige Fotos kursieren, auch aus Riesa und Umgebung. Wer den Kometen beobachten will, dem rät Stefan Schwager vor allem zu einem günstigen Aussichtspunkt. Seine eigenen Bilder hat er auf dem Reußner Berg geschossen. "Man benötigt Horizontsicht Richtung Norden." Mit einem Fernglas sei der Komet schon in der Dämmerung wahrnehmbar. 

Der charakteristische Schweif sagt übrigens nichts über die Bewegung des Kometen aus, erklärt der Astronom. Die Sonnenwinde lösen aus dem Kometen Gas- und Staubpartikel, die eine Hülle um den Gesteinsbrocken bilden, die sogenannte Koma. "Die Sonnenwinde blasen sie weg", sagt Schwager. Angestrahlt von der Sonne, ist diese Spur aus Staub und Gas deutlich zu sehen. Der Schweif zeigt also immer von der Sonne weg. 

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Am 23. Juli ist der Abstand zwischen der Erde und Neowise übrigens am geringsten, sagt Stefan Schwager. Rund 100 Millionen Kilometer sind es dann. "Kosmisch gesehen ein guter Sicherheitsabstand", erklärt der Riesaer. Denn auch wenn ein Durchmesser von gerade einmal fünf Kilometern nicht viel klingt: Bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern in der Sekunde verliefe eine Kollision mit unserem Planeten verheerend. 

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