merken

Nervosität vor Polizei-Großeinsatz

Wenn AfD-Anhänger am Sonntag in Berlin demonstrieren, wollen linke Gruppen sie blockieren.

© dpa

Von Andreas Rabenstein, Berlin

Viele Tausend Menschen wollen am Sonntag in Berlin gegen eine Großdemonstration der AfD protestieren. Angekündigt sind Aktionen, die vom friedlichen Demonstrieren mit Kundgebungen über einen Party- und Musikzug bis hin zu Blockaden reichen. Wie viele Menschen sich am Anti-AfD-Protest beteiligen werden, ist unklar, es könnten deutlich mehr als 10 000 werden. Die Polizei bereitet sich daher auf einen Großeinsatz mit mehr als 2  000 Polizisten aus insgesamt zehn Bundesländern und von der Bundespolizei vor.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Die AfD rechnet mit einigen Tausend Teilnehmern für ihre Demonstration „Zukunft für Deutschland“, die vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor ziehen will. Als Redner sind die Parteivorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland vorgesehen.

Das Anti-AfD-Bündnis „Stoppt den Hass – stoppt die AfD“ hatte angekündigt, die Demonstrationsstrecke blockieren zu wollen. Erste Aktionen könnten schon am Hauptbahnhof beginnen. Schon bei früheren Demonstrationen der AfD hatten immer wieder linke Protestierer versucht, Absperrungen der Polizei zu überwinden, um auf der Straße Sitzblockaden aufzubauen. Auch diesmal kündigten Aktivisten auf einer linksradikalen Internetseite an: „Wir rufen dazu auf, den AfD-Aufmarsch mit allen notwendigen Mitteln zu sabotieren.“

Die Polizei sieht sich ihrem Auftrag verpflichtet, das Demonstrationsrecht durchzusetzen. Dieses Recht stehe auch der AfD zu, hieß es. „Die Versammlungsfreiheit gilt für alle“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. „Jeder darf demonstrieren, wenn er sich an die Gesetze hält. Aber das muss jede Gruppe auch der anderen zugestehen.“

Zusammenstöße zwischen gewaltbereiten linksradikalen Demonstranten und der Polizei sind nicht ausgeschlossen. Ein Teil der Szene hält Angriffe bei der Auseinandersetzung mit der AfD für legitim. Auf einer einschlägigen Internetseite brüsteten sich in den vergangenen Tagen Schreiber mit Sachbeschädigungen und Schmierereien an Büros oder Wohnhäusern von einzelnen AfD-Politikern. Im Gegenzug kursieren Gewaltankündigungen und -aufrufe von AfD-Anhängern gegen linke Gegendemonstranten im Internet.

Die Kundgebung der AfD-Gegner ist auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude geplant. Dazu riefen am Freitag auch Linkspartei und Grüne auf. Zahlreiche Abgeordnete aus dem Bundestag wollen sich beteiligen; auch Vertreter von SPD und Gewerkschaften sind dabei. (dpa)