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Neuanfang beim Nachbarn

Nach gut sieben Jahren an der Spitze der Deutschen Telekom macht sich René Obermann auf in die Niederlande.

Von Peter Lessmann, Bonn

Nun ist endlich Schluss. Als René Obermann vor einem Jahr seinen Abschied von der Telekom für Ende 2013 ankündigte, hatte ihm keiner ernsthaft abgenommen, dass er dem Bonner Konzern bis zum Ende die Stange halten würde. Doch der 50-jährige Manager blieb und machte seinen Job wie versprochen bis zum Jahresende. „Die Telekom ist heute wettbewerbsfähiger“, resümiert Obermann im Rückblick.

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Im Herbst 2006 hatte er die Nachfolge des zuvor glücklosen Kai-Uwe Ricke angetreten. Er scharte neue, vertraute Leute um sich und baute den Konzern um. In dem Unternehmen hat Obermann Spuren hinterlassen. Er ist der erste Vorstandschef der Telekom, der den Konzern aus freien Stücken und ohne Groll verlässt.

Viel hatte die Telekom über alle die Jahre zuvor verspielt: Glaubwürdigkeit und Servicequalität gehörten dazu. Zudem hatte sich ein enormer Schuldenberg aufgetürmt. Im Inland liefen der Telekom die Kunden in Scharen davon. Der rosa Riese schaltete auf Konsolidierung. Die Geschäftsfelder der Telekom wurden neu aufgestellt. Die Mobilfunk- und Festnetzsparten, die ein starkes Eigenleben führten, wurden integriert und Abteilungen zusammengelegt. Die Telekom sollte zum Gütesiegel für Servicequalität werden, schrieb sich Obermann auf die Fahnen. Gleichzeitig zog er den Sparkurs an. Der Abbau und Umbau von Arbeitsplätzen blieb eine Daueraufgabe in dem Unternehmen, das noch heute rund 38.000 Beamte von insgesamt knapp 120.000 Beschäftigten in Deutschland auf seiner Gehaltsliste hat.

Einen Alptraum durchlebte Obermann 2008, als die Bespitzelung von Journalisten und Aufsichtsräten öffentlich wurde. Verbindungsdaten waren missbräuchlich genutzt worden, um eine undichte Stelle im Aufsichtsrat zu enttarnen, über die vertrauliche Informationen weiter gegeben worden waren. Inzwischen hat die Telekom den Datenschutz zu einem eigenständigen Vorstandsressort gemacht.

Bei Ziggo in den Niederlanden wird Obermann demnächst kleinere Brötchen backen. Aber diesen Schritt hat er bewusst getan. Er wolle wieder näher ans operative Geschäft rücken, sagte er. Und doch stehen bei Ziggo aufregende Zeiten an. Großaktionär, Liberty Global bereitet eine Übernahmeofferte für Ziggo vor. (dpa)