merken

Neubau in zwei Jahren

Die Bahn in Masten will in Masten eine 450 Meter lange Straße bauen. Die alte B 175 wird zum Wirtschaftsweg.

Von Jens Hoyer

Seit fast 20 Jahren wird über das Schließen des Bahnüberganges der früheren B 175 in Döbeln Masten nachgedacht. Bisher hüllte sich die Bahn über den Baubeginn aber in Schweigen. Die Planungsunterlagen, die seit gestern im Döbelner Rathaus ausliegen, sind da etwas auskunftsfreudiger. Für das Jahr 2016 hat die Bahn das Vorhaben eingeplant.

TOP Deals
TOP Deals
TOP Deals

Die besten Angebote und Rabatte von Händlern aus unserer Region – ganz egal ob Möbel, Technik oder Sportbedarf – schnell sein und sparen!

Der Aufwand, den die Deutsche Bahn betreiben muss, ist beachtlich. Der Bahnübergang in Keuern wird großzügig ausgebaut und eine rund 450 Meter Straße entlang der Eisenbahnlinie Riesa-Chemnitz nach Masten neu gebaut, damit der zweite Bahnübergang geschlossen werden kann. Zuvor ist das Planfeststellungsverfahren abzuschließen.

Die alte Bundesstraße, jetzt in Trägerschaft der Stadt, wird zum Wirtschaftsweg de lux. Sie wird nur noch gebraucht, damit Kleingärtner der Anlage Reichsbahn zu ihren Datschen fahren und die Mitarbeiter der Straßenmeisterei das Regenrückhaltebecken für die Ortsumgehung inspizieren können. Ein Rückbau der Straße ist nicht vorgesehen. „Auch wenn es ein Wirtschaftsweg ist, muss es ja keine Schotterpiste sein“, sagte Döbelns Baudezernent Thomas Hanns. „Vielleicht können die Gartenbesitzer die Straße später auch zum Parken nutzen.“

Der Bahnübergang in Keuern wird um einige Meter in Richtung Westen verlegt und verläuft dann schräg über die Gleise. Zum Anbinden des Ortsteils Keuern wird ein Stück neuer Straße gebaut, die im Bogen über das Gelände der Kleingartenanlage Sonnenland verläuft. In Richtung Masten geht die Straße ebenfalls über das Gelände von zwei Kleingartenanlagen. Mehr als 4.000 Quadratmeter Fläche werden für die Straße in Anspruch genommen. Die Kleingartenanlage Sonnenland bekommt einen neuen Parkplatz, auf dem zehn Stellplätze vorgesehen sind.

Die Straße nach Masten wird mit sechs Metern so breit, dass sich auch zwei Busse begegnen können, wenn sie langsam fahren. Dazu kommt ein Fußweg von zwei Meter Breite. Auch die Bushaltestelle soll an die neue Straße verlegt werden. Die Bauzeit gibt die Bahn mit etwa vier Monaten an.

Fast 4.000 Quadratmeter Fläche wird die Bahn für die neue Straße mit Asphalt versiegeln lassen. Das zusätzliche Regenwasser wird in den Simselwitzer Bach eingeleitet, der quer durch die Kleingartenanlagen fließt. Nach dem Rückbau des Bahnübergangs werden auch Flächen wieder renaturiert – allerdings nur rund 1.600 Quadratmeter. Als „Ausgleichsmaßnahmen“ für die Eingriffe in die Natur will die Bahn Rasen einsäen und Bäume pflanzen lassen.