merken

Neue Agentur fürs Bierstadtfest?

Der bisherige Vertrag ist ausgelaufen. Die Stadt Radeberg sucht per Ausschreibung. Und doch könnte alles beim Alten bleiben.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Natürlich sorgt diese Ankündigung für Getuschel in Radeberg: Die Stadt Radeberg hat auf ihrer Internetseite die Organisation des Bierstadtfestes für das kommende Jahr neu ausgeschrieben. Der bisherige Vertrag mit dem langjährigen Partner – der Dresdner Veranstaltungsagentur Schroeder – ist bekanntlich in diesem August ausgelaufen; aber es sollte Gespräche über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geben. So jedenfalls hatte es die Stadt in den vergangenen Wochen immer wieder erklärt. Und solche Gespräche hat es auch gegeben. Aber ein neuer Vertrag ist dabei nicht unterschrieben worden. Sind sich die Veranstalter des Bierstadtfestes – die Stadt, die Radeberger Brauerei und der Gewerbeverein – mit der Agentur nicht einig geworden? Gab es unterschiedliche Ansichten?

Anzeige
Fahrzeugeinrichtung nach Maß
Fahrzeugeinrichtung nach Maß

HOLDER ist der Spezialist für individuelle Fahrzeugeinbauten.

Von unterschiedlichen Sichten oder gar Streit könne überhaupt keine Rede sein, macht Radebergs Stadtsprecher Jürgen Wähnert auf SZ-Nachfrage deutlich. „Wir haben miteinander gesprochen, haben das jüngste Bierstadtfest ausgewertet und haben auch darüber gesprochen, wie es weitergehen könnte“, beschreibt er. Und es könnte eben zum Beispiel auch mit der Agentur Schroeder weitergehen. „Da der Vertrag ausgelaufen ist, sind wir als Stadt verpflichtet, eine Ausschreibung auf den Weg zu bringen.“ Heißt, die Stadt muss öffentlich nach einem neuen Organisator fürs Bierstadtfest suchen. „Wir haben das zum einen ins Internet gestellt, zum anderen haben wir auch ein paar Agenturen angeschrieben und sie gebeten, Angebote bei uns abzugeben“, so der Stadtsprecher. Und die Agentur Schroeder gehört zu diesen angeschriebenen Agenturen. „Es kann also gut sein, dass wir auch künftig mit unserem bisherigen Partner arbeiten“, fügt Jürgen Wähnert an.

Brauerei bleibt entspannt

Auch bei der Radeberger Exportbierbrauerei – wie erwähnt, langjähriger Bierstadtfest-Mitveranstalter – sieht man keinen Grund für Aufregung. Die Ausschreibung sei eben mit Blick auf die Vorgaben für die Stadtverwaltung Radeberg ein völlig normaler Vorgang, so Brauereisprecherin Jana Kreuziger. Gemeinsam mit der Agentur Schroeder sei das Bierstadtfest jedenfalls in den vergangenen Jahren durchaus spürbar aufgewertet worden, findet die Brauereisprecherin, „sodass wir es natürlich auch sehr befürworten, dass die Agentur aufgefordert wurde, sich an der Ausschreibung zu beteiligen“. Dennoch biete das natürlich auch immer die Chance, neue Sichtweisen ins Blickfeld rücken zu können. „Was ja im Übrigen auch für die Agentur Schroeder gilt, die ja nun vielleicht auch noch einmal einen nochmals erweiterten Ideen-Ansatz für das Bierstadtfest entwickelt“, fügt Jana Kreuziger an. In jedem Fall soll die neue – oder eben „alte“ – Veranstaltungs-Agentur, dann möglichst auch der Organisator für das große Jubiläums-Fest im Jahr 2019 sein, macht die Brauersprecherin deutlich. Dann feiert Radeberg bekanntlich sein 800. Stadtjubiläum.

Wobei der neue Vertrag zunächst einmal für 2017 gelten wird, wie Stadtsprecher Jürgen Wähnert klarmacht. „Mit der Option auf eine Verlängerung und dann natürlich mit der Organisation des großen Jubiläums-Festes“, fügt er an.

Bierstadtfest nachhaltig geprägt

Die Agentur Schroeder wird in jedem Fall ein Angebot einreichen, sagt Hagen Stieglitz. Er ist einer der beiden Geschäftsführer des Dresdner Unternehmens. „Wir haben aus unserer Sicht das Bierstadtfest in Radeberg nachhaltig geprägt, haben es in die richtige Richtung geschoben, da wäre es ja nun wirklich unsinnig, das bereitete Feld einem anderen Anbieter zu überlassen“, findet er. Ob es Neuerungen und Änderungen im Konzept geben wird, lässt Hagen Stieglitz natürlich noch offen.

Die Agentur Schroeder war im März 2010 ins Bierstadtfest-Boot gestiegen. Damals hatten die drei Veranstalter erstmals einer Agentur die Organisation übertragen, weil das Fest auf professionellere Füße gestellt werden sollte – und weil auch damals mit dem 600. Stadtrechts-Jubiläum 2012 ein Kraftakt anstand. Die Dresdner krempelten mit den Jahren eine Menge um. So platzierten sie beispielsweise die Hauptbühne auf dem Markt neu, sodass hier nun eine bessere Sicht herrscht. Das leidige Thema Toiletten wurde angepackt und gelöst; und es wurden regelmäßig neue Programmpunkte eingebaut. Und nicht zuletzt musste ja nun auch das Thema Sicherheit komplett neu angegangen werden.

Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 14. Oktober. Dann werden die Konzepte unter die Lupe genommen – und eine Entscheidung gefällt.