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Neue Ampeln machen Straßenbahnen schneller

© Norbert Millauer

Eine Pilotstrecke soll bis Anfang 2015 fertig sein. Im Dresdner Norden geht es noch einen Schritt weiter.

Kein sinnloses Warten an Kreuzungen und grüne Wellen, wenn sie wirklich gebraucht werden – auf einer Teststrecke vom Nürnberger Platz bis zum Albertplatz will die Stadt die Ampeln so umrüsten, dass Autos und Straßenbahnen insgesamt flüssiger vorankommen. Im Sommer 2013 wurden die ersten Anlagen zwischen Nürnberger Platz und Hauptbahnhof erneuert. Bis Ende April 2015 sollen auch die anderen Ampeln bis zum Albertplatz auf dem neuesten Stand sein, wie die Stadt nun mitteilt.

Möglich wird die Innovation durch eine Verknüpfung der beiden Verkehrsleitsysteme von Stadt und der Verkehrsbetriebe DVB sowie durch moderne Ampeln. Wie viele Autos auf welchen Straßen unterwegs sind, wo sich der Verkehr staut und wie Straßenbahnen und Busse in ihrem Fahrplan liegen – all diese Daten laufen in einem Zentralrechner zusammen. Neu ist, dass diese Daten Einfluss auf die Steuerung der Ampeln haben können und dass Straßenbahnfahrer ihre Fahrweise mithilfe dieser Informationen anpassen können.

Den Straßenbahnfahrern wird auf dem Display eines Smartphones entweder angezeigt, wie schnell sie fahren müssen, um die Grünphase an der nächsten Ampel genau zu erwischen. Oder ihnen wird an Haltestellen von dem vollautomatischen System eine längere Wartezeit empfohlen. Der Vorteil: Die Straßenbahn steht statt an der nächsten Ampel weiter an der Haltestelle, und weitere Fahrgäste können einsteigen. „Der Fahrer muss zwischen den Haltestellen praktisch nicht mehr anhalten“, zieht DVB-Sprecher Falk Lösch ein erstes Fazit. Die Straßenbahnen seien pünktlicher, etwas schneller unterwegs und sparten sogar ein wenig Energie.

Im Dresdner Norden geht das 2,3 Millionen Euro teure und vom Freistaat finanzierte Projekt sogar noch ein Stück weiter. Die beiden aufeinanderfolgenden Ampeln an den Kreuzungen Königsbrücker Straße und Infineon-Werk sowie Karl-Marx-Straßen haben, anders als normale Anlagen, kein festes Programm für Grün- und Rotphasen. Mit der Hilfe von Detektoren entscheiden die Ampeln selbst, wann welcher Verkehrsstrom wie lange Grün bekommt – eine Art mitdenkende Ampel. Stadt und DVB wollen das System in den kommenden Wochen weiter testen. Ende Januar sollen erste Ergebnisse der Anlage vorgestellt werden. (SZ/win)