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Neue Anschlüsse für Datenautobahn

Altenberg kann in den Ausbau des schnellen Internets investieren. Warum darauf nicht nur Unternehmer warten.

© Egbert Kamprath

Von Mandy Schaks

Altenberg. Roy Greif ist wenigstens schon mal drin, im weltweiten Netz. E-Mails senden und empfangen, das kann er problemlos. Wenn der Bärensteiner aber größere Datenmengen durchs Internet befördern will, hat er erhebliche Schwierigkeiten. Das ist für den jungen Mann nicht nur ärgerlich. Privat wäre das vielleicht noch zu verschmerzen, obgleich auch das nicht mehr zeitgemäß ist. Aber Roy Greif ist Geschäftsmann. Er braucht schnelles Internet, um seine Metallbearbeitungsfirma am Laufen zu halten, Aufträge ran zu holen und Arbeitsplätze zu sichern. Sonst hat er einen Wettbewerbsnachteil – wie andere Firmen im Gewerbegebiet Bärenstein auch. Doch damit soll Schluss sein.

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Die Stadt hat es mittlerweile schwarz auf weiß aus dem Wirtschaftsministerium: Altenberg bekommt Fördermittel für die bessere Versorgung mit Breitband, kann damit die zweite Ausbaustufe in Angriff nehmen. Wie viel Geld die Stadt vom Freistaat erhält, will und kann Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) noch nicht sagen, um nicht in das Ausschreibungsverfahren einzugreifen und den Wettbewerb zu beeinflussen. Auch wenn ihm aufgefallen ist, dass das Wirtschaftsministerium kürzlich bei der Übergabe eines Zuwendungsbescheides an die Stadt Glashütte die Höhe der Förderung bekannt gegeben hat. Er muss sich das verkneifen, weil sich sonst jeder Bewerber bei kommunalen Eigenanteilen von 25 Prozent ausrechnen kann, welches Angebot er auf den Tisch legen muss, um zum Zug zu kommen. Nur so viel ließ Kirsten zur jüngsten Ratssitzung durchblicken: „Wir haben sehr viel Geld erhalten“.

Die Summe soll reichen, um in diesem und im nächsten Jahr vornehmlich den Stadtteil Bärenstein und das Gewerbegebiet mit schnellem Internet zu versorgen, ebenso die Kernstadt Altenberg und Löwenhain. Beim Ausbau sind auch die entlegeneren Dörfer Fürstenau und Fürstenwalde im Blick. Ziel ist, Einwohner und Unternehmen überhaupt bzw. mit schnellerem Internet zu versorgen. So sollen Übertragungsgeschwindigkeiten von 30 bis 50 Megabit pro Sekunde erreicht werden.

Hotspots werden neu eingerichtet

Davon profitiert auch die Tourismus-Branche. Denn wenn einmal ein Netz anliegt, können sogenannte Hotspots an Ausflugszielen eingerichtet werden. Gäste haben an diesen Sendestationen mit ihrem Mobiltelefon die Möglichkeit, sich ins Internet einzuloggen – kostenlos. Drei Hotspots hat die Bergstadt bereits in Betrieb, am Tourist-Info-Büro am Altenberger Bahnhof, am Bergbaumuseum und am Loipenparkplatz in Zinnwald. Weitere Hotspots sollen dazukommen, zum Beispiel am Wildpark Osterzgebirge und am Geisinger Gründelstadion. „Das ist beste Werbung für uns“, erläutert Kirsten. „Die Leute sollen gleich paar Bilder von ihrem Besuch in Altenberg an ihre Freunde schicken.“

Da die Investitionskosten fürs schnelle Internet in ländlichen Regionen sehr hoch sind und die zu erwartenden Betriebsgewinne oft übersteigen, scheuen Unternehmen den Ausbau. Der Freistaat stellt deshalb Kommunen Fördermittel zur Verfügung, damit diese Wirtschaftlichkeitslücke geschlossen werden kann. Die Altenberger Stadträte vergaben die Planungsleistungen dafür auf ihrer jüngsten Sitzung. Roy Greif hat dabei selbst seine Hände im Spiel. Denn er sitzt mit im Altenberger Stadtrat und der hat als erstes Parlament im Osterzgebirge auf zukunftsfähige Lösungen gesetzt. Altenberg arbeitet seit 2008 am schnellen Internet. In einer ersten Ausbaustufe für rund eine Dreiviertelmillion Euro verbesserte sich bereits die Versorgung in Falkenhain, Waldidylle, Geising, Hirschsprung, Oberbärenburg, Waldbärenburg, Schellerhau, Zinnwald, Altenberg und Liebenau.