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Neue Ausstellung zeigt Zittauer Parkanlagen

Das Museum präsentiert Bilder von Karl Wolfgang Weber und historische Ansichten des Grünen Rings.

© M.Heinke

Von Mario Heinke

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Zittau. Ein Feuerwerk der Farben zeigen die großformatigen Ölgemälde von Karl Wolfgang Weber im Ausstellungsraum im Heffterbau. Das frische Grün im Frühjahr, die Blütezeit im Sommer, die bunten Farben des Herbstes und die gedämpfte Stimmung des Winters inspirieren den Zittauer Maler seit vielen Jahren. Schon während des Kunststudiums im Jahre 1972 hat Weber begonnen, sich mit dem Thema „Grüner Ring“ auseinanderzusetzen, weil er von der Schönheit und dem Farbenreichtum der Parkanlage immer wieder begeistert ist.

Das Ergebnis dieser jahrzehntelangen Auseinandersetzung ist nun erstmalig und in kompakter Form in den städtischen Museen zu sehen. Die Ausstellung „Stadt.Park.Ring - Bilder von Karl Wolfgang Weber und die Zittauer Parkanlagen“ wird am heutigen Sonnabend um 14 Uhr im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster feierlich eröffnet und ist noch bis zum 22. April zu sehen.

Neben den Webers Werken erinnert die Schau an den Schöpfer der einzigartigen Parkanlagen, Joachim Friedrich Zischling (1800-1853), der 1827 eine Anstellung als Stadtgärtner erhielt und etwa 25 Jahre an der gartenarchitektonischen Gestaltung und Vervollkommnung dieses Parks und weiterer Grünanlagen der Stadt arbeitete. Zuvor hatte er in Weimar in gärtnerischen Diensten bei Johann Wolfgang von Goethe gestanden. Das „Neue Lausitzische Magazin“, eine Zeitschrift für Geschichte, Kunst und Natur, veröffentlichte 1853 einen Nachruf. Darin wird Zischling „ein Verschönerer von Zittau“ genannt, dessen Geschmack und Umsicht die Parkanlagen zu verdanken sind.

Blühende Rhododendren, Gartenazaleen, Gehölze, Schleifermännchenbrunnen und Blumenuhr zeichnen die in vielen Jahrzehnten geschaffene Parkanlage rund um den Zittauer Stadtkern aus. Eine grüne Lunge ersetzte die ehemalige Stadtbefestigung. Historische, selten gezeigte Ansichten aus der Sammlung der Städtischen Museen Zittau illustrieren die frühe Zeit der Parkanlage, lassen aber auch seitdem geschehene Veränderungen sichtbar werden und gehen mit den 29 Gemälden und sechs Grafiken von Karl Wolfgang Weber eine sich ergänzende Beziehung ein.

Der 1950 in Zittau geborene Maler und Grafiker Karl Wolfgang Weber ist in der Oberlausitzer und Zittau fest verankert. In seinen stark von den französischen Impressionisten inspirierten Arbeiten spiegeln sich enge Heimatverbundenheit und Liebe zur Natur wider. Die Dörfer in der Umgebung mit den Umgebindehäusern, das Zittauer Gebirge und seine Heimatstadt sind die Orte, in denen er immer wieder neue künstlerische Anregungen und Perspektiven findet. In Zittau ist es insbesondere der zuerst gärtnerisch gestaltete Abschnitt des „Grünen Ringes“ zwischen Kreuzkirche und Blumenuhr, der den Maler anzieht. Dieses Gartenkleinod hat er für sich entdeckt und findet dort immer wieder neue Bildmotive. Die unterschiedlichen Stimmungen im Wechsel der Jahreszeiten und das sich damit verändernde Erscheinungsbild der Pflanzen und des Lichts eröffnen somit auch sich wandelnde Ausblicke auf die unmittelbare Umgebung. In mehrjähriger Beschäftigung mit dem Thema „Grüner Ring“ entstand eine Art „Bilderchronik“, zu der genauso die historischen Bauwerke gehören. Dabei ist ein zentraler Ort seines künstlerischen Interesses die mächtige Platane, unter der im Frühjahr unzählige Krokusse blühen. Einst von Joachim Friedrich Zischling gepflanzt, wurde sie ihm später gewidmet.