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Politik

Neue Autobahngesellschaft startet 2021

Es ist eine der größten Reformen in der Verkehrspolitik: Für die Autobahnen ist künftig alleine der Bund zuständig. Was bringt das?

So leer sind die Autobahnen selten: Blick auf die A4 bei Dresden am 29. März 2020.
So leer sind die Autobahnen selten: Blick auf die A4 bei Dresden am 29. März 2020. © Jürgen Lösel

Berlin. Die neue Autobahngesellschaft des Bundes soll trotz der Corona-Krise Anfang 2021 starten - und deutliche Verbesserungen für Autofahrer bringen. Der Chef der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Lage ist wegen der Corona-Krise nicht einfacher geworden, aber der 1. Januar 2021 als Start der Autobahn GmbH ist unverrückbar. Der Termin steht. Wir kommen voran." Zuletzt war fraglich gewesen, ob die Autobahn GmbH wegen der schwierigen Reform wirklich Anfang 2021 starten kann.

In einigen Bereichen könne es allerdings zu Verzögerungen kommen, etwa beim Beziehen neuer Immobilien - falls diese aufgrund von Problemen wegen der Corona-Krise nicht rechtzeitig umgebaut seien. "Wir haben zahlreiche Planstellen ausgeschrieben und gehen davon aus, diese besetzen zu können. Wenn beim Personal hier oder da noch Leute fehlen, werden wir zum Beispiel mit externen Partnern zusammenarbeiten."

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Stephan Krenz ist Geschäftsführer der neuen Autobahn GmbH des Bundes.
Stephan Krenz ist Geschäftsführer der neuen Autobahn GmbH des Bundes. © dpa

Um das 13.000 Kilometer lange Netz der Autobahnen in Deutschland kümmert sich mit dem Start der Autobahn GmbH der Bund aus einer Hand. Bisher gibt der Bund als Eigentümer das Geld, die Länder sind für Planung, Bau und Betrieb zuständig. Bund und Länder hatten die Bündelung als Teil eines großen Gesetzespakets zur Neuordnung ihrer Finanzbeziehungen beschlossen.

"Die Reform der Bundesfernstraßen-Verwaltung ist sehr komplex und groß, sie muss in relativ kurzer Zeit über die Bühne gehen", sagte Krenz. "Es geht um 13.000 Straßenkilometer, 15.000 Mitarbeiter, 2000 IT-Systeme und Tausende Baustellen."

Die Autobahnen seien das Rückgrat der Versorgung der Bevölkerung, das zeige sich einmal mehr in der Corona-Krise. Doch bislang gibt es uneinheitliche Vorgehensweisen, etwa beim Verkehrsmanagement: "Bisher gibt es gut funktionierende Verkehrszentralen in den Metropolen und Ballungsräumen, die sind aber nicht miteinander vernetzt", sagte Krenz. "Auf Autobahnen dazwischen gibt es kein funktionierendes flächendeckendes Verkehrsmanagement. Das werden wir ändern. Die Verkehrszentralen werden miteinander vernetzt, damit der Verkehr besser fließen kann."

Ziel seien weniger Staus. "Wir brauchen ein deutschlandweites Verkehrsmanagement. Autofahrer sollen besser über Umleitungen informiert werden, bisher geschieht das über Google Maps. Aber Google Maps weiß nicht, wann etwa Unfallstellen wieder frei gegeben werden - wir aber schon", sagte Krenz.

Es werde auf den Fernstraßen weiter viel gebaut werden müssen. "Es gibt weiterhin einen hohen Sanierungsbedarf bei Straßen und Brücken. Der Verkehr auf der Straße wird weiter steigen. Selbst wenn die Verlagerung auf die Schiene gelingt, würde sich lediglich das Wachstum des Verkehrs auf der Straße verringern." (dpa) 

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