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Neue Besitzer für Technik-Exponate

Vertreter des Bergbau-Technik-Parks Großpösna haben einen Abtransport aus dem Hirschfelder Kraftwerksmuseum vorbereitet. Bald ziehen weitere Stücke um.

© Bernd Gärtner

Von Jan Lange

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Hirschfelde. Gerald Riedel, Henry May und Reinhard Katzer schrauben an dem riesigen Rad herum. Es wird für den Abtransport vorbereitet. Künftig soll es im Bergbau-Technik-Park in Großpösna stehen. Im Hirschfelder Kraftwerksmuseum wird es nicht mehr benötigt. Die Maschinenhalle ist seit Herbst 2013 für die Öffentlichkeit geschlossen und auch im kleineren Museumsteil im Kopfbau sind jetzt endgültig die Lichter ausgegangen. Seit Anfang Juni findet hier kein Besucherverkehr mehr statt. Ein kleines Schild am Eingang weist darauf hin.

Gäste aus der Ferne schauen dennoch immer wieder herein. Es handelt sich dabei aber nicht um normale Museumsbesucher, sondern Technikfreunde aus anderen Einrichtungen, die die Hirschfelder Exponate übernehmen wollen. Auch Gerald Riedel, Henry May und Reinhard Katzer sind solche Gäste. Sie interessieren sich unter anderem für die große Transmission. Mitglieder des Fördervereins Kraftwerk Hirschfelde haben das riesige Gerät bereits weitestgehend zerlegt. Es sei das erste Mal gewesen, dass die Vereinsmitglieder auch bei der Demontage eines Exponates geholfen haben, sagt der scheidende Vereinschef Dieter Birnbaum. Bei bisherigen Transporten in andere Museen stand der Hirschfelder Verein nur als Berater zur Seite.

Jüngst haben die Mitglieder die Vereinsauflösung beschlossen. Und in den nächsten Wochen und Monaten soll nun aktiv die Auflösung des Kraftwerksmuseums vorangetrieben werden. Zuvor ist immer darauf verwiesen worden, dass es noch einen Museumsbetrieb – wenn auch nur im Kopfbau – gebe. Zahlreiche Exponate sind deshalb auch noch nicht abgegeben worden.

Doch nun ist Schluss und alles muss raus. Selbst vor der alten Couchgarnitur im DDR-Stil, die im Büro von Stiftungsmanagerin Anja Nixdorf-Munkwitz steht, wird nicht Halt gemacht. Der Verein vom Kühlhaus Görlitz möchte sie gern für seine Räumlichkeiten haben.

Als Gerald Riedel hört, dass das Gebäude des Kraftwerksmuseums komplett geräumt werden muss, wird der technikbegeisterte Rentner hellhörig. Auch für den Bergbau-Technik-Park in Großpösna gebe es noch jede Menge interessanter Dinge im Kopfbau, findet Riedel. „Da müssen wir noch mal reden“, sagt er zu Dieter Birnbaum. Vieles aus dem Kopfbau ist allerdings schon anderen Museen und Einrichtungen versprochen. So wird das Dresdner Energiemuseum die gesammelte Radio- und Fernsehtechnik im zweiten Stock komplett übernehmen. „Das muss im August passieren“, meint Frau Nixdorf-Munkwitz. Auch das Museum der Dinge aus Berlin, hinter dem der Verein Werkbundarchiv steht, nimmt den Hirschfeldern einige Exponate aus dem Kopfbau ab.

Die Großpösnaer kommen aber nicht zu kurz. An vielen Ausstellungsstücken steht schon der Name Bergbau-Technik-Park, der signalisiert, dass besagtes Objekt für dieses Museum reserviert ist. Gerald Riedel ist auch nicht das erste Mal in Hirschfelde. Bereits mehrfach besuchte er das Kraftwerksmuseum, suchte sich Exponate aus und bereitete sie für den Abtransport nach Großpösna vor. Denn manche der Stücke sind tonnenschwer, die Umsetzung muss deshalb gut geplant werden. Allein das genaue Gewicht zu bestimmen, um dann exakt planen zu können, sei nicht ganz ohne, weiß Anja Nixdorf-Munkwitz.

Auch diesmal nehmen Gerald Riedel, Henry May und Reinhard Katzer nur kleinere Dinge mit nach Großpösna zurück. Voraussichtlich im August wird es dann mehrere größere Transporte geben – Riedel schätzt, dass es wahrscheinlich fünf sein werden. „Eigentlich wollten wir schon im Juli fertig sein“, sagt er. Doch die Vorbereitungen haben länger gedauert. Es musste erst die Lagerung geklärt werden. Erst diese Tage hat er die Zusage eines Vereinsmitgliedes bekommen, dass die Hirschfelder Stücke bei ihm zwischengelagert werden können. Mit dieser guten Nachricht ist er an die Neiße gekommen. Die Hirschfelder wissen, dass sie in den Großpösnaern Technikfreunde gefunden haben, bei denen ihre Museumsstücke gut aufgehoben sind. Und wo sie auch weiterhin bestaunt werden. Den Bergbau-Technik-Park im Leipziger Seenland haben im Vorjahr rund 18000 Menschen besucht. 20000 sollen es werden – so das Vereinsziel.