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Neue Brücke über den Nesselgrund

In Klotzsche entsteht über dem engen Tal eine Querung für den Zugverkehr. Das alte Bauwerk musste abgerissen werden.

© Meinig

Von Nora Domschke

Noch rollen keine Züge auf dem neuen Brückenbauwerk über den Nesselgrund in Klotzsche. Bis Mitte 2017 müssen die Bahnen eine eingleisige Behelfsbrücke nutzen, die direkt daneben errichtet wurde. Im Sommer wird dann die neue Nesselgrundbrücke fertig sein. Bereits seit Juli vergangenen Jahres wird in dem engen Tal nahe des Bahnhofs Klotzsche gebaut – nun stehen die beiden Pfeiler der neuen Brücke, die Stahlkonstruktion mit den Gleisen ist ebenfalls schon fertig.

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Ein Viadukt hatte im Spätsommer 2016 Platz für die neue Verbindung gemacht – das 170 Jahre alte Bauwerk wurde abgerissen. Nun steht an dessen Stelle ein moderner Zweckbau aus Beton. Rund sechs Millionen Euro kostet das Großbauprojekt der Deutschen Bahn, mit dem das Unternehmen einen Teil seines Streckennetzes modernisiert.

Dabei war der Abriss des Viaduktes umstritten. Zwar hatte die Deutsche Bahn prüfen lassen, ob es künftig etwa als Fußgängerbrücke genutzt werden könnte. Untersuchungen ergaben jedoch, dass es im Nesselgrund nicht genug Platz für beiden Brücken gibt. Auch ihr Status als technisches Denkmal konnte die Brücke nicht retten: Das Landesamt für Denkmalpflege hatte den Abriss letztlich auch aufgrund der baulichen Veränderungen in den vergangenen Jahrzehnten genehmigt. Noch am 8. Mai 1945 hatten deutsche Truppen das Bauwerk gesprengt. Der Wiederaufbau nach Kriegsende geschah mit deutlichen Abweichungen vom Original. Weil die Zugverbindung möglichst schnell in Betrieb genommen werden sollte, wurden nur einfache Baumaterialien benutzt.

Darüber hinaus wies der Viadukt wohl erhebliche Schäden auf, wie die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr mitteilte. Diese befanden sich vor allem im Inneren des Bauwerks. Deshalb sei eine Sanierung keine Option gewesen. Auf der neuen Brücke stehen dem Zugverkehr künftig zwei Gleise zur Verfügung.