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Bautzen

Bautzen: Mehr Busse am Abend

Das Liniennetz in der Kreisstadt wird neu geordnet - ein Ziel: bessere Verbindungen nach Feierabend.

Die Haltestelle am Bautzener Kornmarkt-Center: Vor allem abends sollen hier bald mehr Busse fahren.
Die Haltestelle am Bautzener Kornmarkt-Center: Vor allem abends sollen hier bald mehr Busse fahren. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Wer abends im Bautzener Stadtzentrum unterwegs ist und in der Westvorstadt oder in Gesundbrunnen wohnt, hat für den Weg nach Hause verschiedene Möglichkeiten, eine aber nicht: öffentliche Verkehrsmittel. Denn der letzte Stadtbus aus dem Zentrum in die Ortsteile Gesundbrunnen und Allendeviertel fährt gegen 21 Uhr; über die Spreebrücke nach Westen noch früher.

Doch das wird sich ändern. Der Landkreis sortiert seinen Busverkehr neu. Das betrifft auch den Bautzener Stadtverkehr, der künftig aus acht statt bisher sieben Linien bestehen soll. Künftig heißt konkret: ab 1. Januar 2022.

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Warum gestaltet der Kreis sein Busnetz um?

Was heute ein Landkreis ist, waren Anfang der 1990er Jahre fünf: Bautzen, Bischofswerda, Hoyerswerda, Kamenz sowie ein Teil des Kreises Dresden, wozu beispielsweise Ottendorf-Okrilla gehörte. Jeder Landkreis strickte sich damals sein Busnetz so, dass die größten Betriebe und Wohngebiete erschlossen wurden. An diesen Busnetzen änderten auch die diversen Kreisreformen nach 1990 nicht viel.

Doch mittlerweile halten Busse an Haltestellen, in deren Nähe kaum noch jemand arbeitet oder wohnt. Anderenorts wuchsen Gewerbegebiete und Siedlungen, die aber in keinem Fahrplan stehen.Vor gut einem Jahr beschloss das Bautzener Landratsamt, das aus den 1990-er Jahren stammende Busnetz im heutigen Landkreis neu zu sortieren.

Welche Wünsche an den Busverkehr gibt es?

Die ersten Ideen sind schon verwirklicht, so hält mittlerweile sowohl am Sachsenmilch-Werk in Leppersdorf als auch nahe Accumotive in Kamenz ein Linienbus. Aber von Einwohnern, Bürgermeistern, Schulleitern und Unternehmern erfuhren die Mitarbeiter des Landratsamtes und einer beauftragten Agentur noch viel mehr Wünsche an den Nahverkehr.

Eine ganze Reihe davon kam aus der Kreisstadt. Ganz oben auf der Liste: bitte mehr Abendbusse, damit in der Innenstadt auch mal bedenkenlos ein alkoholisches Getränk genossen werden kann. Diesem Wunsch soll der Fahrplan ab Jahresbeginn 2022 nachkommen. Das neue Linienkonzept für den Busverkehr hat der Kreistag während seiner Sitzung am vergangenen Montag abgesegnet.

Wie fahren künftig die Bautzener Stadtbusse?

Wie Kreissprecherin Sabine Rötschke erklärt, sind „zwei neue Abendlinien geplant, die als Nordostring und Südwestring Spätfahrten aus und in die Innenstadt ermöglichen“. Für die Wochenenden sei ein „erweiterter Betriebszeitraum“ vorgesehen, was im Klartext heißt, dass auch spätabends noch ein Bus nach Gesundbrunnen oder in die Westvorstadt rollt.Anschluss ans Stadtbus-Netz erhalten auch die Ortsteile Stiebitz und Kleinwelka. In der Saison fahren die Stadtbusse dann bis zum Saurierpark.

Am August-Bebel-Platz, dem zentralen Omnibusbahnhof, entsteht ein sogenannter Rendezvouspunkt. Hier sollen sich mehrere Buslinien treffen, so dass Fahrgäste umsteigen können. „Die Hauptnetzlinien sollen im Halbstundentakt verkehren. Durch eine günstige Abstimmung der Abfahrten kann auf einzelnen Streckenabschnitten ein 15-Minuten-Takt erreicht werden“, so die Landkreissprecherin.

Einen Wertmutstropfen gibt es für Fahrgäste von und nach Grubschütz: Hier hält ab 2022 kein Stadtbus mehr, dafür nehmen die Busse der Linie Bautzen-Wehrsdorf die Kurve über Grubschütz.Überhaupt werden einige Buslinien im Kreisgebiet neu geführt. So soll die Linie Königsbrück-Pulsnitz dann den Kamenzer Ortsteil Schönteichen mit einbinden. Zwischen Radibor und Königswartha sollen Busse nicht mehr nur montags bis freitags pendeln, sondern auch am Wochenende.

Warum geschieht das Ganze erst 2022?

Die Änderungen greifen noch nicht gleich, sondern erst in gut 19 Monaten. Der Grund dafür liegt im Vergabegesetz. Der Landkreis muss die meisten Buslinien europaweit ausschreiben. Dabei werden stark nachgefragte Verbindungen mit weniger frequentierten Linien gebündelt, damit sich kein Busunternehmen nur die Rosinen herauspicken kann. Einige Nebenstrecken und den Stadtverkehr Bischofswerda darf der Kreis direkt vergeben, damit auch kleinere Busbetriebe aus der Region diese Aufträge bekommen.Die Ausschreibungen werden jetzt vorbereitet. In den ersten Monaten des kommenden Jahres soll feststehen, welche Busunternehmen ab 2022 zehn Jahre lang welche Linien im Landkreis Bautzen bedienen. Und darauf müssen sich die Betriebe natürlich vorbereiten, sie brauchen Personal und Busse.

Welche Chancen haben die jetzigen Streckenbetreiber?

Laut Ausschreibung haben zunächst alle Busunternehmen die gleichen Bedingungen zu erfüllen. Aber die jetzigen Betreiber kennen natürlich schon die Region, sie verfügen über geschultes Personal und Busse. Ob sie sich auch an der Ausschreibung beteiligen und diese gewinnen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

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