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Neue Chance für den Fernsehturm

Nächste Woche will die Telekom als Eigentümer erklären, was sie mit dem Bauwerk in Dresden vorhat.

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© momentphoto.de/bonss

Er gilt als eines der Dresdner Wahrzeichen, als Wachwitzer Nadel wurde er berühmt, doch seit 25 Jahren ist der Fernsehturm geschlossen. Damals übernahm die Deutsche Telekom das höchste Bauwerk der Stadt, stellte aber den Besucherbetrieb ein. Vor fast zwölf Jahren gründete sich zwar ein Förderverein mit der erklärten Absicht, das einst beliebte Ausflugsziel wieder zugänglich zu machen. Fernziel ist die Eröffnung zum 50. Geburtstag, denn 1969 wurde der Turm nach sechs Jahren Bauzeit als Sendeanlage mit Höhencafé übergeben.

Doch bisher gestaltete sich die Vereinsarbeit schwierig. Immer wieder gab es Gespräche, das Vorpreschen blieb allerdings bis jetzt ergebnislos. Nun könnten die Pläne konkreter werden. Am Montag wollen Freistaat, Stadt und die Deutsche Telekom als Eigentümer informieren, was sie mit dem Dresdner Fernsehturm vorhaben, bestätigt Telekom-Sprecher Georg von Wagner. Bevor es konkret wird, soll geprüft werden, was überhaupt alles machbar ist. Denn hochtrabende Pläne, wie eine Seilbahn über die Elbe, sollten utopisch sein.

Das „Sektglas“, wie der Dresdner Fernsehturm auch genannt wird, war zu DDR-Zeiten eine Touristenattraktion. In Spitzenzeiten kamen rund 200 000 Besucher im Jahr. In 25 Sekunden waren sie in einem der beiden Schnellaufzüge auf der Plattform oder im zweistöckigen Café. Wer wollte, konnte auch die 752 Stufen zu Fuß nehmen. Nach der Wende ging es nicht mehr lange hinauf, sondern steil bergab. Zwar wurde schon bald Westfernsehen ausgestrahlt. Viele Dresdner hatten sich aber bereits in den späten 1980er-Jahren in Kabelgemeinschaften organisiert und sahen längst auch Privatsender. Die Telekom übernahm das Bauwerk 1991. Seitdem ist es geschlossen. Arbeitslos ist der Turm dennoch nicht. Betrieben von der Deutschen Funkturm GmbH, sendet und empfängt er weiter Signale. (SZ/lk)