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Neue DVB-Bahnen kommen bis 2023

Klimatisiert und mit Ambiente-Licht: Nächstes Jahr soll feststehen, wer die 30 Trams für Dresden bauen darf.

© DVB

Von Sandro Rahrisch

Die Weihnachtszeit treibt die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) an die Belastungsgrenze. Da mehr Straßenbahnen für die Striezelmarkt-Besucher eingesetzt werden, gibt es kaum noch eine Fahrzeugreserve. Gleichzeitig werden die Trams älter, anfälliger und die Werkstattkosten höher. Deshalb sollen nun neue Straßenbahnen bestellt werden – mit neuem Aussehen.

Ende kommenden Jahres werden die Verkehrsbetriebe ihren Favoriten unter den Bewerbern küren. Diese dürfen seit Juni ihre Angebote einreichen. Und ja, es gibt welche, sagt ein DVB-Sprecher auf Nachfrage. Wie viele Hersteller genau neue Straßenbahnen für Dresden bauen wollen, dürfe man aber nicht mitteilen, aus vergaberechtlichen Gründen. Fest steht dagegen, dass die Bestellung im Februar 2019 aufgegeben werden soll, wie die Stadt mitteilt. Ende 2020 werde ein Musterfahrzeug ausgeliefert. Bis Ende 2023 soll der Rest auf die Schienen gesetzt werden – genau 30 Fahrzeuge umfasst der Auftrag. Für 30 weitere gibt es eine Kaufoption.

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Die Alstom-Straßenbahn Citadis - hier in der 5. Generation - blinzelt mit den Augen, hat mächtige Hamsterbacken und fährt unter anderem in Nizza.
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Stadler aus der Schweiz baut eine Straßenbahn mit einem knuffigen Gesicht, die unter anderem im dänischen Aarhus eingesetzt wird. Für diesen Zug hat das Unternehmen einen Designpreis bekommen.
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Heiterer Blick mit zusammengekniffenen Augen. Das passt zum Firmennamen. Heiterblick aus Leipzig baut diese Straßenbahn, die etwa in Bielefeld unterwegs ist.
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Die Rostocker Straßenbahnen lachen nicht. Vossloh-Kiepe aus Düsseldorf sie gebaut, die Sparte wurde mittlerweile an Stadler veräußert.
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Siemens riskiert eine dicke Lippe. Die Bahn mit der markanten Mundpartie hat das Unternehmen für München gebaut.
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Skoda in Pilsen setzt auf ein breites Lachen. Selbst die Augenwinkel gehen nach oben bei der Niederflur-Straßenbahn aus Tschechien. Lieve ist das Modell etwa in Bratislava  zu sehen.
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Die polnische Firma Solaris hat bisher Busse nach Dresden geliefert. Die Straßenbahn des Unternehmens lächelt etwas zurückhaltend - und fährt unter anderem in Jena.
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Eine Herausforderung: Immer mehr Menschen nutzen die Straßenbahn. 2010 waren es noch 148 Millionen, letztes Jahr schon 157 Millionen. Die Folge: Der Platz wird knapp. Weil es äußerst schwierig ist, längere Trams in die Haltestellen zu bekommen und auch der Takt nicht ständig verdichtet werden kann, müssen die Bahnen breiter werden. Die neuen Wagen messen 2,65 Meter und damit 35 Zentimeter mehr als heute. Das ermöglicht 14 zusätzliche Sitzplätze und genügend Raum für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder. Auf knapp 80 Prozent des Gleisnetzes liegen die Schienen schon so weit auseinander, dass die breiteren Bahnen aneinander vorbeipassen. Seit Jahrzehnten wird bei Straßensanierungen darauf hingearbeitet. Farblich soll sich nichts ändern – an ihrem Gelb werden die Dresdner Bahnen auch in Zukunft zu erkennen sein.

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Der eigene Erfolg bringt die Verkehrsbetriebe in Schwierigkeiten. Der Platz in den Fahrzeugen wird knapp.

Innen wird sich das Design stärker verändern. Links und rechts des Gangs werden immer zwei Sitze pro Reihe eingebaut. Außerdem wünschen sich die Verkehrsbetriebe eine Ambiente-Beleuchtung, die sich zum Beispiel entsprechend der Helligkeit draußen dimmen lässt. Auch eine teilweise Klimatisierung des Fahrgastraums ist geplant. Bislang gibt es das schon in den Dresdner S-Bahnen.

Über 100 Millionen Euro werden die neuen Straßenbahnen wohl kosten. Die EU könnte sie zu 75 Prozent fördern.