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Neue Erkenntnisse aus dem Brandhaus

Gezündelt hat niemand, sagen die Ermittler. Als Ursache des Feuers in einem Wohngebäude in Sebnitz bleiben zwei Varianten.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Sebnitz. Angst vor einem Feuerteufel müssen die Sebnitzer nicht haben. Das ist die positive Nachricht nach dem Großbrand in der Nacht zum Mittwoch, bei dem ein Mehrfamilienhaus an der Schandauer Straße schwer beschädigt wurde. „Es hat niemand gezündelt“, sagt Marko Laske, Sprecher der Polizeidirektion Dresden. Vorsätzliche Brandstiftung könnten die Ermittler als Ursache des Feuers bereits ausschließen.

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Gut 60 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen.
Gut 60 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen. © Marko Förster

Spezialisten der Kriminalpolizei waren noch am Mittwochvormittag vor Ort, untersuchten die verkohlten Räume, machten Fotos, nahmen Proben. Die Spuren werden jetzt weiter ausgewertet. Das werde einige Zeit in Anspruch nehmen, erklärt der Polizeisprecher. Zwei mögliche Varianten sind derzeit noch offen: fahrlässige Brandstiftung durch Bauarbeiten oder ein technischer Defekt. Auf einen Zeugenaufruf der Polizei nach verdächtigen Beobachtungen seien keine Hinweise eingegangen.

Das Feuer ist in der obersten Etage des Mehrfamilienhauses ausgebrochen. In der dortigen Wohnung hatten sich Verwalter Jurek Twaridosz und ein Kollege einquartiert, die sich im Auftrag des polnischen Eigentümers um die Sanierung kümmern. In den vergangenen zwei Jahren haben sie auf dem Hof in der sogenannten Scheunenkurve bereits das Nachbarhaus instand gesetzt und die alten Scheunen abgerissen. Vieles entstand in Eigenleistung, auch eine polnische Baufirma sowie ein Klempner und ein Elektromeister aus Sebnitz waren hier tätig. Das hintere Haus des Komplexes ist bereits seit April 2016 wieder bewohnt, nun stand auch das vordere Gebäude kurz vor der Fertigstellung. Das neue Dach war drauf, die Fenster drin, die Fassade gestrichen. Zwei Wohnungen waren schon fertig, noch vor Weihnachten wollten die ersten Mieter einziehen, sagte Hausverwalter Twaridosz. Er und sein Kollege haben ihr Quartier in dem Haus am Montag verlassen, für Donnerstag war der nächste Handwerkertrupp bestellt. In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch stand das Obergeschoss in Flammen.

Als Auslöser des Brandes kommt unter anderem ein elektrisches Gerät infrage, im Verdacht steht nach SZ-Informationen ein Kühlschrank. Genaueres müssen die Ermittlungen ergeben. Der Brandherd befand sich im Obergeschoss wahrscheinlich auf der straßenabgewandten Gebäudeseite, erklärt der Sebnitzer Stadtwehrleiter Björn Hoyer. Bis das Feuer nachts um drei viertel eins bemerkt wurde, habe es sich wohl schon einige Zeit ungehindert entwickeln können. Über der Dachwohnung gab es noch einen etwa 1,50 Meter hohen Zwischenboden. Als die Feuerwehr eintraf, war die Decke schon durchgebrannt, der Dachstuhl stand in Flammen.

Die Feuerwehr war gut zehn Stunden im Einsatz. Danach hieß es bis nachmittags Material reinigen und Fahrzeuge neu bestücken. Bei einer Nachkontrolle mit Wärmebildkamera wurde gegen 15 Uhr noch ein Glutnest entdeckt und abgelöscht.