merken

Neue Fahrzeuge für die Feuerwehr

Die Döbelner Kameraden bekommen gleich zweimal Ersatz. Der Weg ist ungewöhnlich.

Das Tanklöschfahrzeug und die Drehleiter der Döbelner Feuerwehr sollen in diesem und im kommenden Jahr durch neue Fahrzeuge ersetzt werden. © Dietmar Thomas

Döbeln. Der Trend geht zu Sammelbestellungen, meint der Döbelner Gemeindewehrleiter Thomas Harnisch. Im Kleinen hat das schon zweimal geklappt. Neue Bekleidung haben die Döbelner gemeinsam mit den Harthaer Feuerwehrleuten angeschafft, und neue Funkmeldeempfänger hat der Landkreis organisiert. Jetzt, beim dritten Mal, geht es um etwas Größeres – ein neues Drehleiterfahrzeug. 

Auch Oschatz, Schkeuditz, Taucha und Torgau wollen welche anschaffen. Deshalb haben sich die fünf Städte zusammengetan. Denn in einer neuen Förderrichtlinie für das Feuerwehrwesen verspricht der Freistaat Sachsen 20 Prozent zusätzliches Fördergeld, wenn mindestens drei Gemeinden in einer Sammelbestellung ein baugleiches Fahrzeug bestellen. 

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Bald gehen die Filmnächte am Elbufer los.

Deutschlands größtes Freilicht-Kino ist zurück! In der 29. Saison finden vor der schönen Kulisse Dresdens zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt statt. 

So bekommt Döbeln für das 750 000 Euro teure Fahrzeug einen Förderbetrag von insgesamt 525 600 Euro. Die Stadträte haben der Anschaffung bereits zugestimmt. „Sie und der Bürgermeister stehen voll hinter uns“, sagt Harnisch.

Die gemeinsame Ausschreibung für alle Kommunen übernimmt voraussichtlich die Stadt Oschatz. Die Kameraden der dortigen Feuerwehr haben infrage kommende Modelle getestet. „Die Magirus-Drehleiter hat in den engen Straßen dort am besten abgeschnitten“, so der Wehrleiter. 

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Alles für die Feuerwehr

Ein Kommentar von Jens Hoyer über die Fahrzeuge der Feuerwehr.

Symbolbild verwandter Artikel

Zahl der Einsätze mehr als verdoppelt

Die Feuerwehr übernimmt immer mehr Aufgaben. Das Löschen von Bränden ist dabei der geringste Teil.

Auch die Döbelner Kameraden haben sich das Fahrzeug angeschaut und sind mit den Möglichkeiten, die es bietet, sehr zufrieden. In diesem Monat erfolgt bereits die erste Absprache zur konkreten Ausstattung. Thomas Harnisch hofft, dass das Fahrzeug im kommenden Jahr geliefert werden kann.

Ersetzt wird eine Drehleiter aus dem Jahr 1993, das inzwischen sehr hohe Unterhaltungskosten verursacht. Im vergangenen Jahr waren allein Reparaturen in Höhe von rund 19 000 Euro notwendig, um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen. Die ist nicht nur für die Döbelner Einwohner wichtig. „Die Drehleiter fährt auch überörtlich. Wir waren mit ihr zur Unterstützung in Ostrau, Großweitzschen und in Mügeln“, sagt Harnisch.

Das neue Fahrzeug bringt gleich mehrere Verbesserungen mit. Bei der Drehleiter lässt sich der obere Auszug in verschiedenen Stufen abknicken. Dadurch kommen die Feuerwehrleute leichter an Dachfenster oder können sogar hinter einem Dach arbeiten. „Damit können wir Personen sicherer retten. Jetzt riskieren wir manchmal Kopf und Kragen“, erklärt Harnisch. 

Auch der neue Korb bietet mehr Sicherheit. Er habe einen ordentlichen Einstieg und ist bis zu 500 Kilogramm belastbar. Dieses Gewicht entspricht etwa vier Personen. Derzeit liegt die Belastungsgrenze bei 120 Kilogramm. Mehr als zwei Personen können also nicht mit dem Korb transportiert werden.

Mehr Sicherheit bieten auch die seitlichen Abstützungen des neuen Fahrzeuges. Derzeit ist das Abstellen der Drehleiter an schrägen Straßenabschnitten oder Böschungen gefährlich. Denn wenn die Abstützungen auf eine Breite von 4,50 Meter ausgefahren sind, hängen alle Räder des Fahrzeuges in der Luft. Die Abstützungen des neuen Fahrzeuges können so ausgefahren werden, dass alle Räder am Boden sind.

Reifen und Hydraulikleitungen müsse beim derzeitigen Fahrzeug aller zehn Jahre erneuert werden. „Beim Magirus gibt es weniger Schläuche und mehr starre Leitungen, die nicht gewechselt werden müssen“, so der Wehrleiter.

Während noch nicht feststeht, was aus dem alten Drehleiterfahrzeug wird, ist das beim Tanker klar. Das Fahrzeug mit Baujahr 1993 wandert weiter. Voraussichtlich ab August hat es seinen neuen Standort in Beicha, wo ein neues Gerätehaus entsteht. „Die Ortswehr ist mit 21 Kameraden eine unsere stärksten. Sie hat auch viele Geräteträger“, begründet der Brandinspektor die Entscheidung. 

Rund 2 000 Liter Wasser kann der Tanker mitführen. „Damit können die Beichaer ordentlich arbeiten“, so Harnisch. Für die Döbelner ist die Wassermenge zu gering. „Vor allem bei Einsätzen auf der Autobahn haben wir Probleme mit dem Löschwasser“, sagt Harnisch. Diese werden mit dem neuen TLF 4 000 geringer. Denn das fasst knapp 5 000 Liter Wasser. 395 000 Euro gibt die Stadt dafür aus, wovon 215 000 Euro gefördert werden.

Nach den Beschlüssen für die Fahrzeuge haben die Kameraden die nächsten Vorhaben schon im Blick. Das Wichtigste sei der Brandschutzbedarfsplan. Mit dessen Erarbeitung soll eine Firma beauftragt werden. Außerdem ist in den kommenden Jahren der Bau eines neuen Gerätehauses in Lüttewitz für die Ortswehren Lüttewitz, Mochau und Ostrau vorgesehen. Ein neuer Mannschaftstransportwagen steht ebenfalls auf der Wunschliste.

>>>> Lesen Sie dazu auch: Zahl der Einsätze mehr als verdoppelt / Kommentar: Alles für die Feuerwehr