Teilen:

Der „Ranger“ kommt zurück

Der zahme Wolf war der Aufreger in den ersten beiden Teilen der ARD-Produktion "Der Ranger". Nun werden weitere Teile in der Sächsischen Schweiz gedreht. © MDR/ndF/Tom Schulze

Die erste große TV-Produktion aus der Sächsischen Schweiz geht in die nächste Runde. Der Nationalpark nimmt es mit Humor.

Dass Heimatfilme nicht immer Kühe, Almen und Alpen brauchen, zeigt „Der Ranger“. Die beiden Folgen der ARD-Serie liefen Ende letzten Jahres in zahllosen Wohnzimmern der ganzen Republik: Jeweils knapp vier Millionen Menschen sahen die Folgen „Wolfsspuren“ und „Vaterliebe“. In der ARD-Mediathek liegt die durchschnittliche Bewertung bei 4,5 von fünf möglichen Punkten, viele sahen also nicht nur die Folgen, sondern fanden sie auch gut.

Nun wurde offiziell bestätigt, dass es weitergehen wird. Die Produzenten hatten dies im Vorfeld vom Erfolg der Serie abhängig gemacht. Dieser lag mit 14 und 16 Prozent Marktanteil in den jeweiligen Abendprogrammen zwar etwas unter den Erwartungen, doch war immer noch gut genug für eine Neuauflage. „Dass der Ranger weitergeführt wird, ist sicher. Derzeit laufen die Planungen dazu, Genaueres ist zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht klar“, sagt Bianca Hopp vom Mitteldeutschen Rundfunk. Die Dreharbeiten sollen aber in diesem Jahr stattfinden, sodass wir uns mit etwas Glück wieder im November oder Dezember über anderthalb Stunden spektakuläre Aufnahmen aus der Sächsischen Schweiz freuen dürfen.

Die Hauptdarsteller bei den Dreharbeiten in Kleingießhübel vergangenen Sommer. © Daniel Schäfer

Auch wenn über Schauspieler, Drehbuch, Drehorte und Ausstrahlungstermine bisher nichts bekannt ist: Sicher dürfte sein, dass sich Philipp Danne wieder sein beigefarbenes Pfadfinder-Hemd überstreift und als Ranger Jonas Waldek mit einem Hauch Naturfreunde-Naivität schwangere Wölfinnen, kletternde Menschen und nebenbei den ganzen Nationalpark Sächsische Schweiz retten wird. Auch Szenen, in denen sich der 34-Jährige mit freiem Oberkörper präsentiert und Fans des Schauspielers wieder voll auf ihre Kosten kommen, sollten und dürfen dann nicht fehlen. Ob Wolfsforscherin und Rangerverführerin Emilia Graf alias Liza Tschirner wieder mit von der Partie sein wird, ist zurzeit ebenso ungeklärt wie die Frage, ob Unternehmer Karl Nollau, gespielt von Matthias Brenner, wieder irgendeinen turbokapitalistischen Plan verfolgt, der im Endeffekt den ganzen Nationalpark in eine Mondlandschaft zu verwandeln droht.

Fehlt nur noch eine Protagonistin: die Wölfin. Im ersten Teil bot sie noch Gefährdungspotenzial, verbreitete Angst und Schrecken bei einigen Bewohnern und wurde schließlich sogar angeschossen. Im zweiten Teil war sie in Elternzeit, kümmerte sich hauptsächlich um ihre kleinen Raubtiere und blieb auch von Brenners Plänen, ein Bergbaumuseum zu eröffnen, und dem Widerstand der „Ökoterroristen“ gegen selbiges relativ unbehelligt.

Philipp Danne (l.) spielt den Ranger, Jörg Witte spielt den Kollegen Christoph Fischer. © Foto: MDR/ndF/Tom Schulze

In der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz dürfte es beim Anschauen der ersten Folgen das eine oder andere Schmunzeln gegeben haben. Etwa, als von einer stabilen Luchs-Population im Elbsandsteingebirge die Rede war. Das fällt unter Kunstfreiheit, entbehrt jedoch jeglicher Realität. Für die Vorbereitung der Folgen drei und vier gäbe es inzwischen einen fachlichen Austausch über die Besonderheiten im Nationalpark mit den Filmproduzenten, wie Nationalparksprecher Hanspeter Mayr erklärte. Die Dreharbeiten würden ohnehin begleitet. Insbesondere Luftaufnahmen sind im Nationalpark ein sehr sensibles Thema, weil brütende Vogelarten, die zu schützen sind, nicht gestört werden dürfen. So wurde nur außerhalb des Nationalparks mit Kameras geflogen oder in genau festgelegten Korridoren.