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Neue Freunde für den „Grünschnabel“

Flatterhaft und erdverbunden sind Vögel auf Bildern in einem Bautzener Restaurant – gemalt von Schiller-Gymnasiasten.

© Uwe Soeder

Von Miriam Schönbach

Bautzen. Wie zum Angriff bereit und mit offenem Schnabel zeigt sich der Rabe auf der Bleistiftzeichnung. Die Blaumeise mit ihrer typischen Muster im Gefieder dagegen setzt aus dem Flug zu Landung an. Zahlreiche weitere gefiederte Freunde auf Papier hat der „Grünschnabel“ kürzlich bekommen. Das Bautzener Restaurant zeigt unter dem Titel „Expression eines Wesens“ Arbeiten des Kunst-Leistungskurses des Schiller-Gymnasiums. Die Schüler zeichneten und malten zu Leonardo da Vinci Ausspruch „Beobachte das Schwimmen der Fische im Wasser und du wirst den Flug der Vögel in der Luft begreifen. Mit dem Thema haben sich die Jugendlichen bereit s im vergangenen Schuljahr auseinander gesetzt - wie ihre großen Vorbilder in Atelier und an der Staffelei. „Künstler betrachten die Welt mit ihren Augen, würdigen Dinge, die andere im Alltag vielleicht übersehen, erfreuen sich im besten Fall an ihren Beobachtungen und an den daraus resultierenden praktischen Arbeiten“, sagt Kunsterzieherin Toscha-Alexandra Winsmann.

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Den ersten Beobachtungen folgten so die ersten Skizzen. Dabei suchten die heutigen Zwölfklässler nach ungewöhnlichen Kompositionen und verliehen dem Wesen aus ihrem Blickwinkel eine Charakteristik. Die fast lächelnde Möwe auf einer stählernen Uferbefestigung findet sich genauso wie der aus dem Wasser emporgestreckte Haubentaucher. Insgesamt beschäftigten sich die Jugendlichen mehrere Wochen mit den Künstlern der Lüfte – mit Bleistift genauso wie mit Farbe und Pinsel. Die Beobachtung und das Zeichnen der Vögel war für die Schüler jedoch nur Teil eines Ganzen. Zu Eröffnung ihrer Ausstellung sagten sie: „Dürer setzte sich mit dem Aufbau von Vogelfedern auseinander, die Taube wurde zum Friedenssymbol und der Adler zum Wappentier. In der Renaissance beobachtete da Vinci Vögel und erfand Flugapparate. Doch nicht nur ihre Gabe zu fliegen und zu singen fasziniert uns. Die Beobachtung ihrer unterschiedlichen Formen und Farben lässt uns ihre Existenz näher begreifen.“

An den Wänden des Restaurants zeigen sich nun Raben, Eulen, Meisen, Kolibris, Pinguine und Möwen. Das Grünschnabel-Team ist begeistert von den Arbeiten und die Schüler. „Ich finde besonders die Bleistiftzeichnung bemerkenswert. Aber eigentlich sind alle Arbeiten toll“, sagt Grünschnabel-Chef Hendrik Müller. Bereits jetzt hätten schon zahlreiche Eltern, Lehrer und Klassenkameraden die kleine Ausstellung in der Kurt-Pchalek-Straße besucht.

Begeistert ist auch Toscha-Alexandra Winsmann von der Exposition außerhalb der Schule. „Die Ausstellung zeigt, dass man gerade jungen Menschen für Ihre Arbeit immer wieder eine Plattform und damit Wertschätzung entgegen bringen sollte“, sagt sie. „Öffentliche Räume als außerschulische Lernorte zu nutzen macht sich verdient, da die Schüler reale Lernsituationen erfahren und auf diese Weise mit dem wahren Leben konfrontiert werden.“ Zu sehen sind die Arbeiten bis Ende Oktober.

Mo./Di., 11 – 16 Uhr, Mi. – Fr., 11 – 18 Uhr