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Neue Glocken für die Kirche

Am Ostermontag wurden drei neue Bronzeglocken abgeholt. Das ganze Dorf war beim Umzug auf den Beinen.

© Aris Gutsche

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Strauch. Drei neue Bronzeglocken bekommt die Straucher Kirche – ein Ereignis, das in der Regel nur aller 500 Jahre stattfindet. Wer die Weihe am 6. Mai miterleben wird, kann sich also glücklich schätzen. Am Ostermontag wurden die neuen, in Lauchhammer gegossenen Glocken, schon mit einem festlichen Umzug zur Straucher Kirche gebracht. Das ganze Dorf, die Feuerwehr und viele Zuschauer waren dabei. Die alten Stahlgussglocken stehen nun auf dem Friedhof, sie zeigen wie viele andere in der Region Abnutzungserscheinungen. Die neuen Bronzeglocken werden demnächst in den Glockenstuhl gezogen.

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Alles begann mit der Reparatur des Kirchturms. Mit einer Notsicherung war er Schritt für Schritt wieder in Ordnung gebracht worden. So entstand der Wunsch unter den Strauchern, wieder Bronzeglocken zu bekommen. Vor zwei Jahren gründete sich laut Pfarrer Frank Seffer ein Glockenbauausschuss mit den Kirchvorstehern Elvira Gutsche und Jürgen Prill vornedran. Die Straucher kümmerten sich um alle Genehmigungen und das Gießen der neuen Glocken. Im vorigen Jahr hatten etwa 30 Einwohner dem feierlichen Glockenguss beigewohnt.

Es waren die letzten Glocken überhaupt, die in Lauchhammer gegossen wurden! Die beiden großen als Grubenguss und die kleine Glocke als Formguss. Etwa 12 000 Euro trugen die Straucher laut Elvira Gutsche an Spenden für dieses Ereignis zusammen.

Nun wird ab dem heutigen Mittwoch zuerst ein neuer Glockenstuhl von der Zimmerei Nitsche eingebaut. Denn das alte Gebälk war morsch und hätte nicht mehr lange gehalten. Es war außerdem nicht für die Elektrifizierung der Glocken geeignet. Ab dem 23. April steht dann ein Kran an der Kirche, um die neuen Bronzeglocken endgültig nach oben zu ziehen.

Zwei der früheren Straucher Bronzeglocken mussten schon im Ersten Weltkrieg abgegeben werden. Die Stahlgussglocken hingen seit 1955, also 63 Jahre, im Straucher Kirchturm und wurden per Hand geläutet. Eine Läuteordnung sah genau vor, wie häufig und wie lange jede einzelne Glocke zu läuten ist. Ein Spickzettel für den jeweiligen Läutedienst hing gut sichtbar aus. Damit es nicht zur Verwechslung kam, wiesen Kreidemarkierungen die Seile den jeweiligen Glocken zu.